Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Sonntag, 19. Februar 2017

Licht und Schatten

Im vorherigen Beitrag hatte ich den Schattenwurf der Windräder angesprochen, ebenso den sogenannten Discoeffekt. In diesem Video seht ihr mal, was selbst ein 'kleines' Windrad für Auswirkungen hat. Und man komme mir nicht mit Argumenten wie 'est stört ja nur Tiere'...

video
Das Video wurde von meinem guten Freund Björn aufgenommen und mir netter Weise zur Verfügung gestellt. Danke!

Montag, 13. Februar 2017

Wind im Wald - Faktencheck zum Baubeginn


Im Februar beginnen nun also die ersten Arbeiten, um in unserer Region einen unschätzbaren Wald in eine Industrielandschaft zu verwandeln, unter dem Deckmantel des rein ökologische Vorteils versteht sich. Zwar liegt der Deiselberg nicht direkt im, aber unmittelbar am Reinhardswald und dürfte ein Vorgeschmack auf das sein, was auch im Reinhardswald kommen wird. Dass ich der Windkraft im Wald ablehnend gegenüber stehe, ist kein Geheimnis (kann man ja im blog hier nachlesen), dennoch versuche ich immer objektiv die Faktenlage zu bewerten. Für den kommenden Windpark Trendelburg habe ich daher ausschließlich Zahlen aus offiziellen Quellen verwendet, die für jedermann nachprüfbar sind.

Der erste Faktencheck



1. Was, Wo, Wie?

Der geplante Windpark wird im Gebiet KS12 des Teilregionalplans Energie Nordhessen errichtet, welches oberhalb von Sielen und Deisel liegt.
Sieben Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 199 Metern sollen auf einer Gesamtfläche von 5ha gebaut werden. Mit diesen Anlagen sollen nach der Webseite des Projekts 31.500 Menschen mit Strom versorgt werden. Die Anlagen sind vom Typ Nordex N131/3300 mit einer maximalen Leistung von 3,3 MW. Diese Nennleistung liegt nach dem offiziellen Datenblatt ab einer Windgeschwindigkeit von 11,5m/s an.



2. Wieviel Strom wird fließen


Nach den Daten des offiziellen Teilregionalplans liegen am Deiselberg Windgeschwindigkeiten von 5,75 bis unter 6,25m/s vor. Bei Widgeschwindigkeiten um 6m/s liefert dieser Anlagentyp 0,7 MW

Unter Berücksichtgung von verschiedenen Haushaltsgrößen verbraucht in Deutschland eine Perosn ca  1.700 kWh. (Quellen: bdew und forsa) Um 31.500 Menschen mit Strom zu versorgen benötigen wir demnach also ca. 53.550.000 kWh Strom.

700 kW mal 7 Anlagen sind 4900 kW Strom - mal 8760 Stunden/Jahr = ca 42.900.000 kWh Strom. Uns fehlen also noch schlappe 10.650.000 kWh.



3. Licht und Schatten

Windanlagen werfen generell natürlich ihre Schatten in die Umgebung,j e höher die Anlage, desto weiter reicht die Verschattung. Bei Windkraftanlagen von 200m Höhe reicht der Schattenwurf bis zu 1,4 Kilometer! Zudem tritt der sogenannte Diskoeffekt auf, der ständige Wechsel von Licht und Schatten. Noch weiter als 1,4 Kilometer dürften die Lichtrefelxionen der Rotorblätter bei Sonnnenschein sein. Das größte Problem stellt die Bewegung des Schattens dar. Laut Länderausschuss für Immissionsschutz gelten Beschattungszeiten von lediglich maximal 30 Stunden im Kalenderjahr als nicht erheblich belastend. Das entspricht im Mittel 5 Minuten Verschattung pro Tag. Der lokalen Tierwelt düfte das wenig helfen, schließlich gilt das natürlich nicht für Waldbewohner. Gespannt darf man sein, ob die Anlagen auf Grund ihrer Höhenlage ihre Schatten bis zu den Ortschaften werfen.


4. Wie laut hätten sie es gern?

Laut Datenblatt der Firma Nordex produziert ein Windrad dieses Typs einen Lärm von 104,5 db, was in etwa der Lautstärke eines laufenden Kompressors oder Presslufthammer entsprichht.
Ab einer Lautstärke von 100 db gilt Lärm dabei als unerträglich. Gehörschäden sind auch bei kurzer Einwirkung bei dieser Lautstärke nahezu sicher. Eine Gewöhnung an Lärm findet niemals statt und das Risiko von Herz-Kreislauf Erkrankungen steigt. Lärm ist heutzutage als Krankheitsauslöser anerkannt. Wie sich die Tierwelt, die mitunter deutlich besser hört als der Mensch fühlen muss, darf jeder Windkraftbefürworter gerne mal im Selbstversuch an der nächsten Großbaustelle testen.


5. Alter Wald - neuer Wald

5 ha Wald werden permanent gerodet, zudem noch gut ein halber ha für weitere Zuwege während der Bauphase - im Anschluss sollen bis zu 6 ha neu gepflanzt werden.
Klingt soweit ganz vernünftig könnte man meinen. Bis sich ein frisch angepflanzter Wald jedoch zu einem funktionierenden Ökosystem entwickelt, dauert es Jahrzehnte, sofern man dem neuen Wald überhaupt die Chance dazu gibt. Außerdem ist durch die Fragmentierung des 'alten' Ökosystems die betroffene Fläche sicherlich deutlich größer als 5ha einzuschätzen. Negative Effekte, etwa auf das Grundwasser durch die Bodenversiegelung finden keinerlei Berücksichtigung. Umweltschäden durch austretende Betriebsstoffe sind jederzeit möglich. Trotz Blitzableitern besteht Feuergefahr. Bodendenkmäler, die in der Region häufig vorkommen, jedoch nicht erforscht sind, finden keine Berücksichtigung (eine archäologische Prüfung ist im Teilregionalplan empfohlen!). Bedenken über die örtliche Avifauna wurden ebenfalls nicht ausreichend geprüft, vor allem im Bezig auf Schwarzstorchvorkommen und den Rotmilan.
Somit verlieren wir erst einmal auf Jahrzehnte mindestens 5,5 ha intakten Wald, fragmentieren den örtlichen Lebensraum und zerstören eventuell unschätzbare kulturhistorische Stätten.


6. regionale Wertschöpfung?

Seit Beginn der Planungen über nordhessische Windenergie, weht groß auf den Fahnen immer die Prämisse regionaler Wertschöpfung, von der die Region und vor allem natürlich die Menschen profitieren sollen.
Planung und Realisierung des Trendelburger Windparks wird von der Dresdener Firma VSB übernommen. Wer den Betrieb der nach Plan 2018 fertiggestellten Anlagen übernimmt, ist bislang noch unklar. Aktuell liegen wir also bei 0% regionaler Wertschöpfung


7. Fazit

Verlierer sind nach aktueller Faktenlage ganz klar unser Ökosystem Wald, unsere wundervlle Heimatregion und nicht zuletzt die Menschen die hier wohnen.



Samstag, 28. Januar 2017

unser Zauberwald

Wie gerne ich im Reinhardswald unterwegs bin, muss ich hier wohl niemandem mehr erzählen. Auch nicht, wie wichtig der Schutz unserer Heimat für mich ist, der Erhalt der Natur, der Artenvielfalt und der wundervollen Landschaft.
Da ihr das alles bereits wisst, lasse ich heute einfach nur ein paar Bilder für sich sprechen, die von unserer heutigen Wanderung erzählen.

alte Huteeiche

 

Montag, 23. Januar 2017

Die Zukunft wird verschachert

Wie hier bereits berichtet, sind die ersten Flächen im Reinhardswald vom Land für Investoren freigegeben, die ihre Windkraftanlagen in unserem schönen und einmaligen Wald bauen wollen.

Nun sind die nächsten Flächen zugeteilt worden, wenn auch vertraglich noch nicht unterschrieben. So sollen die Flächen Farrenplatz und Langenberg der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) zur Verfügung gestellt werden, um dort 15 Großwindanlagen zu bauen.

Wirtschaftlichkeit? Fraglich!


Bei der zugeteilten Fläche handelt es sich um Gebiete der Vorrangfläche  KS04b, die mit Windgeschwindigkeiten von 5,75m/s  bis max. unter 7m/s angegeben ist. Schon erstaunlich, dass neue Flächen freigegeben werden, gilt doch die Untergrenze der Wirtschaftlichkeit von 5,75m/s!
Die Nennleistung erreichen Windkraftanlagen in der Regel erst ab ca. 12m/s!

kleines Windrad

Hinzu kommt eine Novellierung des EEG, wonach es zukünftig keine festen Einspeisevergütungen mehr gibt, sodern ein Bieterverfahren den günstigsten Einspeiser ermittelt. Das dürfte den Preis für die Vergütung weiter drücken und eine Wirtschaftlichkeit bei den vorliegenden Winden nahezu unmöglich machen.

Umweltzerstörung? Sicher!


Viel Schlimmer als die wirtschaftliche Unsinnigkeit ist jedoch die Zerstörung der Natur. Hier mal ein paar Fakten zu dem Gebiet Langenberg und der Umgebung:
- Entfernung zur Sababurg: 2 Kilometer
- Entfernung zur Wallfahrtskirche Gottsbüren: 1,5 Kilometer
- Entfernung zum Kloster Lippoldsberg: 4,1 Kilometer
- Diverse Bodendenkmäler durch das Landesamt für Denkmalpflege ausgewiesen.
- Schwarzstorch und Rotmilan Lebensraum
- Naturschutzgebietsnähe zum FFH "Weserhänge und Bachläufe"

düstere Aussichten für Vernunft und Natur

In der lokalen Presse wird gefeirt, dass die regionale EGR den Zuschlag bekommen wird und somit Teile der Wertschöpfung in der Region bleiben.

EGR- Wehrmutstropfen oder Schande?


Ist es zu begrüßen, dass die EGR den Zuschalg bekommt? Sollte es? Nein. Die EGR ist wie jeder andere Investor zu betrachten, schließlich hat die Genossenschaft nichts unternommen, um den wahren Wert des Reinhardswaldes zu schützen und zu erhalten! Zudem liegt das finanzielle Risiko am Ende bei den Kommunen, also auch den Bürgern, die die Verunstaltung ihrer Heimat zu ertragen haben und das bei äußerst fraglicher Wirtschaftlichkeit!
Wie clever unsere Haushaltspolitiker dabei in der Vergangenheit waren, muss ich wohl nicht weiter ausführen, da reicht ein Blick nach Calden. Starrsinn und Kurzsicht werden einmal mehr Vernunft und Weitsicht niederprügeln. Doch ich nehme Wetten an, dass man hinterher wieder einmal schlauer sein wird...

Mittwoch, 11. Januar 2017

neue Bücher braucht das Land

Vielleicht hat es der ein oder andere Shopbesucher bereits gesehen - die 3. Auflage des Mein-Reinhardswald Wanderführers ist ausverkauft. Eventuell könnt ihr noch das ein oder andere Exemplar in einer meiner Partnerbuchhandlungen finden (hier findet ihr die Link-Liste)

vergriffener Wanderführer

Gern möchte ich mich noch einmal bei allen Käuferinnen und Käufern herzlich bedanken und hoffe dass ihr alle viel Freude und viele schöne Wanderungen damit erleben konntet.

4. Auflage in Arbeit


Für alle die kein Exemplar mehr abbekommen haben, aber neugierig auf unseren wundervollen Reinhardswald sind, habe ich einen kleinen Trost. Die 4. Auflage ist aktuell in Arbeit und wird in Kürze wie gehabt im Selbstverlag erscheinen.

Wenn ihr eine Info bekommen möchtet, sobald das Buch fertig ist, schreibt mir einfach eine Mail an: info@mein-reinhardswald.de

Bis es so weit ist könnt ihr natürlich viele Infos und ein paar Wanderungen auf meiner Internetseite www.mein-reinhardswald.de finden.

Freitag, 30. Dezember 2016

Wo bleibt der Winter?

Gern erinnere ich mich zurück an meine Kindheit, in der schneereiche Winter so normal waren wie Sonne in der Sahara. Schlittenfahren, Ski-Langlauf, Schneballschlachten und Schneemännerbauen war monatelang möglich.
Indes scheint der Winter bei uns immer mehr zu einer Verlängerung des Novembers zu verkommen, mit wenig Sonne, viel grau und eben ohne Schnee.

Wenn ihr schon länger auf diesen Seiten lest, wisst ihr natürlich, dass ich jedes Wetter reizvoll finde und dementsprechend draussen unterwegs bin. So auch an einem dieser nebeligen Dezembermorgen.

Alte Hutebäume im Nebel

Ein wirkliches Ziel hatte ich heute nicht, vielmehr ließ ich mich einfach durch Nebel und Wald treiben. Bizarre Baumgestalten grüßten überall schemenhaft aus dem Dunst. Dazu kam die wundervolle Ruhe, denn der Nebel verschluckt die Geräusche

Sonntag, 27. November 2016

R.I.P. Reinhardswald


Der geneigte Leser dieses blogs dürfte bereits wissen, wie ich zu der Windenergie im Wald stehe. Auch wenn eine Mehrheit der Bürger diese Form der 'Energiewende' ablehnen, wird diese nachwievor weiter mit der Brechstande auf Kosten von Natur und zahlendem Stromkundendurchgesetzt.



Kaum hattte die Regionalversammlung am 07.10.2016 den 'Reilregionalplan Energie' beschlossen kamen die renditewitternden 'Investoren' auch schon aus ihren Löchern und die Vorrangflächen bei Reinhardshagen sind bereits an einen Bieter aus Südhessen gegangen. Somit bleibt also nicht einmal die Wertschöpfung dafür in der Region der Zerstörung.
 

https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/


Meine Argumente gegen den Ausbauwahl der erneuerbaren Energien kennt ihr. Unter dem Link
https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/ könnt ihr euch darüber hinaus selbst noch einmal ein Bild von der Sinnhaftigkeit machen, mit der der Ausbau aktuell weiter vorangetrieben wird. Die Diagramme zeigen mehr als deutlich, dass keine konventionellen Kraftwerke eingespart werden können, dafür aber mehr als deutlich, dass wir gerade zu Zeiten von Wind und Sonnenschein große Mengen dieses Stroms ins Ausland exportieren - zu Spotttpreisen versteht sich! Von den Netzproblemen reden wir erst gar nicht...

Verschandelte Landschaft und verschenkter Strom


Mit einer breit angelegten Aktion möchte das Aktionsbündnis Märchenland noch einmal die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren. Mit über 60 Plakaten und Transparenten sollen die Menschen zumindest zum Nachdenken gebracht werden, damit sie eben nicht einfach alles glauben
was die Stromlobby erzählt. Auch die HNA berichtete am 26.11. berichtete über die Aktion, die in der Bevölkerung ebenfalls auf weitgehend positives Feedback stößt.


Auch wenn ich mich wiederhole, kann ich nur an alle Menschen appelieren, sich für ihre Heimat einzusetzen. Schreibt E-Mails und Briefe an die Politiker, an das RP und Ortsbeiräte. Seid dabei wenn es Aktionen gibt. Macht euch ein Bild der Lage und informiert euch über die Energiewende aus möglichst vielen verschiedneen Quellen (werdet und bleibt objektiv)
Die Lobbby ist stark, doch wir hören nicht auf für unsere Heimat zu kämpfen! Seid dabei und es kann uns gelingen, dass auch künftige Generationen noch eine lebenswerte Heimat vorfinden.