Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Freitag, 30. August 2013

Brombeeren Erntezeit

Es ist wieder so weit, die Zeit der schmackhaften Brombeeren ist gekommen und der Reinhardswald ist ein wahres Eldorado für fleißige Beerensammler.



Hauptsächlich finden wir diese stachelige Kletterpflanze an Waldrändern oder auf lichten Waldstellen, da sie halbschattige bis leicht sonnige Standorte bevorzugt. Dieses dicht werdende verholzende Gestrüpp kann Wuchshöhen von bis zu drei Metern erreichen. Die Dornen dienen hauptsächlich zum Schutz vor Fraßfeinden, die es auf die Triebe abgesehen haben. Durch ihren wehrhaften Wuchs bietet dieser Strauch zudem Unterschlupf für viele heimische Vogelarten, die sich zwischen den Dornen sicher fühlen. Zwischen Juni und August treibt die Brombeere weiße Blüten aus, die sich an den Enden der bereits mehrjährigen Triebe befinden. Die Blätter dieser Pflanze sind sägezahnartig.
Nach der Blüte bildet der Strauch Früchte aus, allerdings keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte, die sich aus den einzelnen mini Früchten zusammensetzen, die quasi jede eine einzelne Beere ist. zu Beginn grün, später rot ist die Frucht reif, wenn sie eine dukelblaue bis schwarze Färbung erreicht hat. Diese saftige, sehr vitaminhaltige Frucht kann von Juli bis etwa Oktober gesammelt und verspeist werden. Ferner eignet sie sich gut zur Herstellung von Marmeladen, Säften oder Fruchtweinen. Zu beachten ist, dass eine unreif geerntete Frucht nicht nachreift!


Aus den Blättern kann Tee gebrüht werden, dem heilende, blutreinigende Wirkung zugeschrieben wird. Brombeeren enthalten viel Vitamin A und C sowie die wichtige Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Kupfer. Auch soll der Brombeersaft bei Hals und Rachenbeschwerden helfen, auch bei Fieber wurde er früher verabreicht. Die Brombeere ist mit die älteste bekannte Heilpflanze und fand schon bei Theophrast um 377 v. Chr. Erwähnung. Die Brombeere vermehrt sich durch Ableger, Senklinge und, man höre und staune durch Klone. Verbreitung hat sie mittlerweile auch in vielen Kleingärten gefunden.

Weitere bekannte Namen sind Schwarzbeere und Kratzbeere, der Ursprung leitet sich aus der altdeutschen Sprache für Dornbeere ab. Mir schmeckt sie am besten frisch vom Strauch oder als Konfitüre auf dem Frühstücksbrot.

Sonntag, 18. August 2013

Jagdsaison wird eröffnet

Bald ist es wieder so weit und im Reinhardswald werden Heerscharen von Jägern einfalllen. Alljährlich im Frühherbst ist es das gleiche Spektakel. Massen von zahlenden Gastjägern werden mit Jeeps, Kleinbussen oder LKWs in die nordhessischen Wälder gekarrt, um dort bei sogenannten Massenjagden die heimischen Wildtiere abzuknallen. Grundsätzlich viel zu oft nach dem Motto: 'Geschossen wird auf alles was sich bewegt'.

Für die Hessische Forstgesellschaft ist es ein lukratives Geschäft, sind doch die meist zahlungskräfigen Gewehrträger gern bereit ein netttes Sümmchen für den Ballerspaß springen zu lassen. Doch wie sieht es mit der Natur aus?

Im Reinhardswald etwa wurde ein sogenannter 'Wildschutzzaun' errichtet, selbstverständlich auf Steuerzahlerkosten, der dafür sorgt, dass sich eine unnatürlich hohe Population aufbaut, weil die Tiere nicht abwandern können. Bislang konnte man mir auch noch nicht wirklich erklären, warum man zur Hege, die sich die Jäger gern auf ihre Fahnen schreiben, mit dem Auto durch den Wald fahren muss. Ein Mountainbike würde es für Kontrollfahrten ebenso tun und die gern auch mal beleibtere Jägerschaft ein wenig in Form bringen.
Immer wieder bin ich auch verwundert, warum in den Wintermonaten das Wild gefüttert wird - wobei das offiziell ja gar nicht stattfindet. Geht man aber mal ein paar Meter abseits vom Weg in den Wald finden wir an vielen Stellen mit Heu befüllte Futterstände. Und das obwohl die Population ja viel zu hoch ist, wie es auch aus Jägerkreisen immer wieder heißt, um die Jagden zu rechtfertigen.

Dazu kommt die unglaubliche Umweltsauerei, dass viele Jäger immer noch mit bleihaltiger Munition schießen, die den Boden belastet und unser Grund- und Trinkwasser gefährdet. Dank der enormen Lobby wird das natürlich von staatlicher Seite toleriert.

Da die großen Raubtiere bei uns ausgerottet wurden, ist eine Jagd sicherlich an einigen Stellen für ein natürliches Gleichgewicht notwendig, aber die Art und Weise wie sie derzeit zu in unseren Wäldern stattfindet ist einfach nur beschämend, kommerziell , verwerflich und nichts weiter als ein perfider Freizeitspaß. Die Lobbyarbeit dahinter ist teuer und immens im Aufwand, will man sich als Jäger doch zu gern mit dem Orden des Waldbehüters schmücken, der man aber in Wirklichkeit gar nicht ist...

Sonntag, 4. August 2013

Bürgerinitiative Pro Reinhardswald

Vor einiger Zeit berichtete ich über das wahnsinnige Vorhaben riesige Windkraftanlagen im Reinhardswald zu installieren. An dieser Stelle möchte ich euch einen Link geben, der zur Bürgerinitiative Pro Reinhardswald führt.
Diese Menschen haben sich in einer Interessensgruppe zusammengeschlossen, um gegen die Zerstörung unserer einmaligen Landschaft vorzugehen.

Ich persönlich habe nichts gegen erneuerbare Energien, nur darf dafür keine Landschaft zerstört werden, die europaweit Alleinstellungsmerkmale aufweist. Würde man dies tun, so wäre jeglicher Vorteil einer besseren Umweltverträglichkiet der erneuerbaren Energie dahin.

Der Reinhardswald ist neben einem einmaligen Lanschhaftsgebiet auch Trinkwasserspeicher, Wertspeicher, Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt ein enorm wichtiges Naherholungsgebiet. Für den schnellen Profit einiger weniger Energieerzeuger dürfen wir unseren Wald und seine unersetzbaren Funktionen nicht hergeben, zumal neben der Zerstörung der Landschaft die Wertschöpfung selbstverständlich aus der Region gezogen wird. Auf ein 'partnerschaftliches' Projekt würde ich mich jedenfalls nicht verlassen, zu oft schon waren die Bürger am Ende die betrogenen, die mit dem Scherbenhaufen alleni da standen, während die Konzerne alle Gewinne eingestrichen haben.

Auf der o.g. Webseite bekommt ihr viele Informationen über die Bürgerinitiative. Forscht nach und bildet euch eure Meinung über den Sinn der Unsinn von Monsterwinkraftanlagen im Reinhardswald.