Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Sonntag, 17. November 2013

Wanderung Beberbeck - Urwald

Der Wetterbericht kündigte Sonnenschein an und sollte sogar Recht behalten. Früh morgends machte ich mich auf den Weg nach Beberbeck, welches heute als Staatsdomäne überwiegend Landwirtschaft betreibt. 
Früher war in Beberbeck eines der 5 Preußischen Hauptgestüte angesiedelt und die Pferdezucht hatte hier viele Jahre (bis ca 1929) Tradition. 
Schloss Beberbeck
Wenn man schon einmal hier ist, dann gehört es dazu, die klassizischtisch erbaute Anlage mit Schloss, Park und ehemaligen Gestütanlagen zu besichtigen. 

Nachdem wir die Bauwerke bewundert haben geht es auf einer breiten Eichenallee hinauf bis zum Rand der Domäne, wo wir in den Wald eintauchen, allerdings auf unmarkierten, teils zugewachsenen Pfaden. Erst ein gutes Stück später treffen wir wieder auf ausgebaute Forstwege, die uns schließlich an den nördlichen Rand des Tierparks Sababurg führen. Wir folgen der Tierparkmauer und wer mag darf gerne noch einen Abstecher dorthin oder zur Sababurg machen. Direkt oder eben nach kleinem Umweg wandern wir auf dem Weg Nr.7  bis zum Urwald Sababurg, der überregionale Bekanntheit genießt und einige Baumriesen beherbergt, die man nicht jeden Tag sehen kann.
Kamineiche im Urwald Sababurg
Vom Parkplatz Drecktor, direkt am Urwald gelegen, führen ein paar markierte Wanderwege hinunter ins idyllische Holzapetal und schließlich zurück nach Beberbeck.

Diese Wanderung bietet ungleublich viel Abwechslung, uralte Baumenriesen, Hutewälder, Tierpark und Sababurg, sowie wundervolle Aussichten auf Beberbeck und das Umland.

Wer sich inspirieren lassen möchte, findet ein paar Tourenvorschläge zum Urwald und Beberbeck im  Mein Reinhardwald Wanderführer

Freitag, 8. November 2013

K+S Pipeline und Salzsee am Reinhardswald

Am Montag den 04.11.2013 kamen über 300 Menschen zu einer Informationsveranstaltung und Diskussionsrunde zur Oberweserpipeline nach Hofgeismar, bei der es um den Stand der Dinge und die Zukunft der von K+S geplanten Abwasserleitung ging. Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigt, wie wichtig den Menschen der Region das Thema ist.

Bereits im September habe ich in diesem Blog über die Pläne von K+S berichtet, eine Pipeline zur Weser zu errichten, die zudem 80 Hektar großes Rückhaltebecken erfordert. (nachzulesen hier) 

Viele neue Erkenntnisse sind leider, aber wie zu erwarten war, nicht dabei herausgekommen. Kritischen Fragen bezüglich der genauen Baupläne seitens K+S oder den Stand der Genehmigung seitens des RP wurde in üblicher Manier bravurös ausgewichen. Statt dessen warb K+S immer wieder um Verständnis für diese Methode der Entsorgung, da alle anderen Lösungen nicht realisierbar bzw. finanzierbar seien.

K+S mit 639 Millionen Gewinn in 2012


Mit schlappen 639 Millionen Euro Konzerngewinn (nach Steuern und allen Bilanzierungsvorteilen) bleibe ich jedoch bei meiner Meinung, dass es durchaus finanziellen Spielraum für alternative Entsorgungsarten gibt, mögen diese auch etwas teurer sein, als die Pipelinelösung. Technisch sind diese Möglichkeiten längst gegeben, nur fehlt der unternehmerische Wille diese auch einzusetzen. Es ist natürlich viel einfacher den eigenen Abfall der Umwelt und der Allgemeinheit aufzubürden, als selber seine Verantwortung wahrzunehmen und so wenig wie irgend möglich an Müll zu hinterlassen oder für eine schonende Entsorgung einzustehen.
Lieber riskiert man das einmalige Ökosystem eines ganzen Landstrichs, als am Ende seinen Aktionären vielleicht etwas weniger als 4,2% Dividende auszahlen zu können. Unsere Politik bezieht dabei gewohnt wenig Stellung und so bleibt weiter nur abzuwarten, was und wie am Ende entschieden wird.

Ich hoffe, dass auch weiterhin viele Menschen jede Chance nutzen werden, um gegen dieses Projekt zu demonstrieren und alle politischen und juristischen Mittel ausgeschöpft werden, die einen Bau verhindern können. Wir dürfen einfach nicht für den gesteigerten Profit eines ohnehin gut aufgestellten Unternehmens die Einmaligkeit unserer Natur preisgeben, schon gar nicht, wenn es echte Alternativen gibt. Und die gibt e sin diesem Fall.

Wer noch ein paar Informationen möchte kann sich bei der BI umschauen: Aktionsbündnis salzfreies Märchenland

Sonntag, 3. November 2013

Wanderung zum Alaunteich

Bevor sich das letzte Herbstlaub von den Bäumen verabschiedet, wollte ich heute noch einmal zum Alaunteich wandern. Dazu machte ich mich von Holzhausen zunächst auf idyllischen Waldwegen  auf in Richtung Gahrenberg. Unweit der höchsten Erhebung des Reinhardswaldes besuchte ich noch  kurz die beeindruckende Immel-Eiche, die auf ihrer kleinen Lichtung neben der alten Kohlenstraße steht.
Einen Gipfelbesuch lies ich heute aus und wanderte gleich weiter auf einer breiten, geschotterten Waldschneise, die am Alaunteich vorbeiführt.

Alaunteich

Im Zuge des Braunkohleabbaus, der seit 1592 am Gahrenberg betrieben wurde und bis in die 1970er Jahre ging, fand man an dieser Stelle gute Alaunerde. Aus der schwelfelhaltigen Erde wurden damals Stoffe zum Beizen, Färben, und Gerben gewonnen. Ebenso ließ sie sich zu medizinischen Zwecken verwenden. Die erste Abbauperiode ging von 1595 bis 1603, eine weitere noch einmal von 1695 bis etwa 1720. Da der Ertrag nicht sonderlich lohnend war, wurde der Betrieb danach endgültig eingestellt.
Der Alaunteich ist eine Station des Ecopfades Bergbau-Holzhausen und zwei Tafeln geben Auskunft über ein paar geschichtliche Daten, vor allem des Braunkohleabbaus.


Vom Alaunteich machte ich noch einen Abstecher zu den Heiligenläger Teichen, die von hier nicht weit entfernt und gut zu erreichen sind, ehe ich auf teilweise unmarkierten Pfaden den Weg zurück nach Holzhausen suchte. Es gibt natürlich auch eine komplett ausgeschilderte Route, doch erschienen mir die kleinen, teilweise im Zuwachsen begriffenen Wege reizvoller (Ohne gute Ortskenntnis wegen Bächen, steilen Hängen und Wildschutzzäunen nicht zu empfehlen). Alles in allem dauert so eine Runde etwa drei Stunden, ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und bietet viele historische Einblicke in die Geschichte dieser Waldregion.

Falls ihr auch einmal dort vorbeischauen möchtet oder andere Inspiration für eine spätherbstliche Wanderung sucht, werft doch einfach einen Blick in den Mein Reinhardwald Wanderführer, dort findet ihr reichlich Tourenvorschläge am Gahrenberg.