Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Montag, 30. Dezember 2013

Kolumne - Der politische Jahresrückblick

Nun steht wieder einmal der Jahreswechsel an und allerorten gehen die Leute auf die Suche nach den guten Vorsätzen für das neue Jahr. Damit man freilich weiß, was sich denn so alles vornehmen lässt, muss man natürlich erst einmal das alte Jahr reflektieren, um aus den Fehlern die nötigen Verbesserungen abzuleiten.

Große Meldungen beherrschten auch 2013 die Schlagzeilen, doch viel interessanter sind all die Themen, die nur kurz und oft als Randnotiz auftauchten und schnell wieder verschwunden waren oder sich auf gar zauberhafte weise lösen ließen.

Neuland für die Kanzlerin


Offiziell etwa ist der NSA-Skandal längt beendet. Zwar liest man hier oder da von immer neuen Enthüllungen über die Methoden und den Umfang der weltweiten Spionage der Freunde von hinterm Teich, aber da das ganze Inernet und wahrscheinlich auch das Telefon für die Deutschen Neuland ist, wird die Sache kurzerhand für beendet erklärt, wahrscheinlich nachdem Merkel Obama telegraphiert hat, dass die Bürger ja gar nicht wissen, was sie da alles benutzen. Wie gut die Kanzlerin doch die Menschen kennt.
Denen wurde dabei wie immer alternativlose Aufklärung versprochen und ich bin mir sicher, dass diese keinerlei Ergebnisse bringt, schaffen es die selben Leute ja seit Jahren nicht einmal, ihre Nebeneinkünfte endlich wirklich offenzulegen. Trotzdem benötigt man dabei natürlich all die Dinge wie Voratsdatenspeicherung, Kameraüberwachung und - SEPA sei Dank - auch bald vollen Kontozugriff. Rein prophylaktisch natürlich und ohne jeden Generalverdacht. Und mit drei zusätzlichen parlamentarischen Staatssekretären muss es ja besser werden. (Wahl-)Versprochen!

Andere haben doch schließlich auch Krisen


Auch die Eurokrise ist offiziell heute nicht mehr als ein Kriselchen und in den Medien häuften sich, vor allem vor der Bundestagswahl, die Meldungen über die positiven Entwicklungen in Europa. Kleinigkeiten wie Rekordschuldenstände der Euroländer, Massenarbeitslosigkeit im Süden mit gelegentlichen Straßenschlachten, Anleihenkäufe mit Verallgemeinerung von Staatsschulden und Zinsen die Nahe 0 liegen, sind dabei nicht erwähnenswert, schließlich haben wir unser Feindbild im Osten mit dem bösen Putin, der der armen Ukraine den EU-Anschluss versauen will. Zwar will die Mehrheit der Menschen der Ukraine den gar nicht, sondern nur eine Mehrheit in der Hauptstadt, aber es lenkt doch so herrlich von den eigenen Massendemonstrationen in Spanien und Italien ab. Wirklich Fahne zeigen kann die EU eh nicht, weil wir es im Winter natürlich weiter warm haben wollen in der guten Stube und das Gas dafür leider in nicht unerheblicher Menge vom Osten her zu uns kommt. Bleibt also alles beim alten.

Was sind schon 1200000000000000 $ Risiko


Das Wort Bankenkrise, oft im Zusammenhang mit der Eurokrise gefallen, ist ebenfalls fast schon in Vergessenheit geraten, schließlich liegen die nicht länger von den Geldinstituten benötigten giftigen Papiere jetzt in Bad-Banks beim Steuerzahler und die Banken gehen mit unbegrenzt frischen Steuerzahler-EZB-Geld an die Börsen, die mal wieder alle Rekorde brechen. Die Summe der im Umlauf befindlichen Derivate (also Papiere ohne reellen Gegenwert) liegt übrigends bei etwa 1200 Billionen Dollar, die weltweite jährliche Wirtschaftsleistung bei etwas über 80 Billionen Dollar. Wie lange das gutgehen wird, dürfte jeder Grundschüler begreifen, Politiker offensichtlich nicht, schließlich hat auch der Warnschuss 2008 keinerlei Eindämmung der Zockerei bewirkt. Lobbyarbeit zahlt sich eben auch 2013 aus, auch wenn Politiker offiziell aufsichtsratspostenunbestechlich sind...

Schreib's dir einfach schön


Fast schon zur Gewohnheit dagegen ist die ewige Abschreiberei unserer Volksvertreter geworden. Frau Schavan etwa hat es im Jahr 2013 mit auf die Liste der Plagiatsverdächtigen geschafft und ist dort bekannter Maßen in 'guter' Gesellschaft. Wen wundert es bei so vielen kreativen Köpfen da noch, dass auch ein Armutsbericht bei seiner Veröffentlichung ein wenig umgeschrieben und für wahr ausgegeben wurde. Schließlich darf nicht sein was nicht sein soll, auch wenn die Tafeln aus allen Nähten platzen und so viele Menschen wie nie zuvor mit Hartz4 abgespeist werden. Man muss den Menschen eben nur oft genug erzählen wie toll alles ist, dann glauben sie es schon irgendwann. Augen zu und durch oder wir sitzen es mit Merkel einfach aus.

Gott sei Dank gibt es aber nicht nur Verdruss, sondern auch noch reichlich Abwechslung vom grauen Alltag. Mit einer ordentlichen Pferdelasagne und einer Pulle Glykol-Wodka geht es ab vor die Glotze zur inhaltslosen Dauerberieselung. Spaß TV der Neuzeit, das sind Quotenbringer wie DSDS, Djungelcamps, F-Promishows und  Sofasport. Ein bisschen Tittytainment in den Nachrichten dazu und schon gehts und gut im Reich des Zensus.

Scotty, Energie!


Bleibt nur zu hoffen dass der Stom für die Glotze noch reicht, schließlich leben wir in Zeiten der Energiewende und da droht der tägliche Blackout. Nach Fukushima ergriff nämlich die Regierung eine Atomausstiegspanik und seitdem nutzt die Energielobby alles aus, um Panik zu schüren und den Strom noch teuerer zu machen, auch wenn er in Wirklichkeit an den Strombörsen immer billiger wurde. Die Wirtschaft ist wie immer von allen Nachteilen ausgenommen, und zahlen dürfen nur die Bürger. Gut dass wenigstens die EU für die Deppen mit- und vorausdenkt und schon seit 2009 die Glühbirnen durch energieparsamere Quecksilberleuchtmittel ersetzt hat. Gesundheit hin oder her, Strom muss gespart werden. 2014 dann darf ein Staubsauger nicht mehr als 1600 Watt auf den Prüftsand bringen, wieder aus Gründen der Energieeinsparung. Fein, können wir alles, was wir einsparen den Konzernen an Strompreiserhöhungen gleich wieder überweisen. Und wenn die Kohle trotzdem nicht reicht, gibts nach den neuesten Plänen Prepayd Strom bis der Kasten dann irgendwann ausgeht und man sich zur Erheiterung wieder ganz auf die BILD-Zeitung besinnt...

Calden hebt ab


Auch regional gab es einige bemerkenswerte Entwicklungen, allen voran unser Vorzeigeregionalflughafen Kassel-Calden, der es auf Anhieb ins Schwarzbuch der Steuerzahler geschafft hat. Damit konnte nun freilich niemand rechnen und so bleiben jegliche Konsequenzen für die Bauherren aus, trotz der seit Planung vielen mahnenden Stimmen. Passend zum Grimm-Hype in der Region fällt der Flughafen nun in den Winter-Dornröschenschlaf und es bleibt abzuwarten, ob im Sommer ein Prinz vorbeikommt, der ihn wieder wachküssen wird. Bis dahin schlagen die Verluste voll in die haushalte ein und die Bürger von Calden, Kassel und dem Landkreis dürfen sich schon jetzt auf höhere Abgaben und weniger Leistungen freuen, auch wenn in Kassel jüngst ein Algenschwimmbad eröffnet wurde. Die Vorstände des Flughafens, drei an der Zahl, bleiben uns dagegen bei vollem Lohn erhalten, auch wenn sich eben mal ein halbes Jahr nichts dreht am Luftfahrtzentrum Nordhessen.

alles Öko oder was?


Calden ist also quasi ein Selbstläufer und so kann sich die Politik wichtigen Aufgaben wie der Zerstörung der einmaligen nordhessischen Landschaft widmen. Im Söhrewald stehen bereits die ersten Riesenwindräder, die das gesamte Landschaftsbild verschandeln, das Ökosystem beeinträchtigen und noch mehr Überkapazität an Strom schaffen, die unsere Netze angeblich gar nicht vertragen und den wir zu Hochzeiten ins Ausland VERSCHENKEN. Solche Landschaftsverschandeler sollen nun auch im Reinhardswald gebaut werden (im blog hier nachzulesen), was einigen Investoren volle Taschen bescheren wird, aber die Region auf unabsehbare Zeit massiv und unwiederbringlich beeinträchtigen würde. Grüner Strom jedenfalls sieht für mich anders aus.
Genauso verhält es sich mit der Pipeline von K+S aus (ebenfalls im blog nachzulesen). Mit der richtigen Lobbyarbeit an den entsprechenden Stellen und schon steht der Umweltsauerei und der regionalen Belastung nichts im Wege und die Aktionäre weltweit freuen sich weiter über dicke Dividenden auf Kosten der Menschen hier.

Politik 3.0


Bleibt zu hoffen, dass sich die Volksvertreter mal wieder echte gute Vorsätze für das kommende Jahr auf die Fahne schreiben, die nicht wie die Wahlversprechen schon direkt am Wahlabend wieder kassiert werden. Mit ein wenig Mut und Liebe zur Heimat kann vieles bewegt werden, was allen hilft, Wirtschaft, Bürgern und der Natur. Und wir als Bürger müssen diese guten Vorsätze immer wieder auf die Agenda bringen. Wir alle. Das muss unser guter Vorsatz dabei sein.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Pipeline und Salzsee von Grünen abgenickt


Aus Grün wird Schwarz

Ich hatte es ja schon geahnt, dass es so kommen würde, doch nun wurde es auch per Unterschriften der neuen Landesregierung besiegelt. K+S wird immer wahrscheinlicher gewinnen, die Bürger und vor allem die Natur bleiben als Verlierer.

Schauen wir uns dazu doch einmal den Koalitionsvertrag in den entsprechenden Teilen an und beleuchten im Anschluss die enthaltenen Tatsachen. Geschrieben steht dort in den Zeilen 529- 537:
Die Bewahrung der Schöpfung und der Schutz von Natur und Umwelt sind unsere Grundanliegen in der Verantwortung für kommende Generationen. Wir wollen unsere Heimat Hessen mit den zahlreichen wertvollen Landschaftsstrukturen und unseren wichtigen Lebensgrundlagen erhalten. Sauberes Wasser, gesunde Luft, intakte Böden, eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, unsere Wälder und der sparsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen sind Kernpunkte der Umweltpolitik von CDU und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN in Hessen.

Das liest sich gut finde ich, geben sie der Natur doch den Stellenwert, den sie verdient. Leider ist der Vertrag damit nicht zu Ende, sondern nun geht es in der Folge daran, die einzelnen Passagen wieder aufzuweichen und die Kernpunkte samt der gelobten Verantwortung in die Tonne zu kloppen.

Ja, aber...


Ab Zeile 595 geht es dabei konkret um den 'Schutz' von Werra und Weser:
Die Koalition verfolgt das Ziel, die Belastung des Grundwassers und des Oberflächenwassers im Naturraum Werra-Weser durch Salzabwässer dauerhaft zu beenden. Dies wollen wir im Einklang mit der Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Kali-Standortes in Nordhessen und der vielen tausend Arbeitsplätze erreichen. Grundlage für unser Handeln sind die Empfehlungen des Runden Tisches ‚Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion‘. Dabei unterstützen die Koalitionspartner auf der Grundlage der bestehenden Genehmigungen alle Maßnahmen, die zu einer schnellstmöglichen Beendigung der Salzabwassereinleitung in die Werra führen. Hier erwarten wir – auch aufgrund der absehbaren Beendigung der Versenkung – seitens des Unternehmens K+S weiterhin entsprechende Anstrengungen. Die Hessische Landesregierung wird ihrerseits in Verhandlungen mit den Anrainerländern alles tun, um die Voraussetzungen für eine zügige umweltgerechte Entsorgung der Salzabwässer zu schaffen (u.a. Pipeline an die Oberweser oder an die Nordsee).

Im Klartext heißt das nichts anderes, als dass die neue Landesregierung den Bau der Pipeline zur Weser unterstützen wird, da der 'Runde Tisch' genau das empfiehlt. Hierbei nun auch noch von der Nordseepipeline zu sprechen ist ein echter Witz, dürfte der Bau solch einer Leitung irgendwo in den hintersten Sternen stehen, bzw. meiner Meinung nach gar nicht ernsthaft in Betracht gezogen worden sein. Der hier erwähnte 'Runde Tisch' ist, wie ich denke, in diesem Zusammenhang keine neutrale Instanz, sondern aufgrund der mehrheitlichen Zusammensetzung aus Wirtschaft und Politik, ein reines Legitimationsinstrument, um dem Bürger einen Interessensausglich vorzugaukeln, der jedoch nicht stattfindet. Soweit mir bekannt, wird dieser 'Runde Tisch' zudem von K+S finanziert, was eine politische Einflussnahme zumindest nicht ausschließt, wie die Wirtschaftslobbyarbeit immer wieder in beeindruckender Weise zeigt. Dazu wird dann noch ein bischen auf die Arbeitsplatztränendrüse gedrückt uns schon darf der Müll weiter in die Umwelt gekippt werden, trotz dreistelliger Millionengewinne...

Grüne verkaufen sich für den eigenen Machtanspruch


Die Grünen hatten es in der Hand sich dagegen zu stellen, haben aber lieber ihre Werte wieder einmal für den eigenen Machtanspruch verkauft und dabei wirtschaftliche Interessen über die Umwelt und Lebensqualität der Menschen gestellt. Aussagen, die vor der Wahl getroffen wurden, sind natürlich längst vergessen, schließlich hat man die Wählerstimme schon im Sack und bei der nächsten Wahl weiss der Depp von Bürger eh nicht mehr was man so alles regiert hat. So riskieren sie nun also eine ganze Region mit ihrer unwiederbringlichen Einmaligkeit für die Profitmaximierung eines Aktienkonzerns, der zu exakt 100% seinen Aktionären (die Rendite wollen) und zu 0% den Menschen verspflichtet ist, die von seiner Umweltverschmutzung betroffen sind. Anstatt alles technisch mögliche einzufordern, geht die Politik in die Knie und lässt zu, dass eben nicht alles technisch mögliche eingefordert wird (z.B. Eindampfung o.Ä.), sondern stattdessen sich die Vorstände und Aktionäre mit den so unbenötigten Konzerngewinnen weiter üppig Bonifikationen ausschütten können, während für tausende Menschen die Lebensqualität sinkt und das Grundwasser als Lebensgrundlage gefährdet wird. Von der CDU hatte ich nichts anderes erwartet, von den Grünen hatte ich anderes erhofft...

 Was bleibt ist der Schaden


Das Fazit ist traurig, wie meistens wenn die Politik im Spiel ist. Die Wirtschaft brummt, die Konzerne lachen und zahlen dürfen die Zeche am Ende die anderen dafür. Bleibt nur, den Widerstand gegen das Projekt so lange wie irgend möglich aufrecht zu halten. Ich zähle auf Euch dabei!

Samstag, 21. Dezember 2013

Wanderung auf die Faule Brache

Das Wetter zeigte sich heute kalt und windig, doch das ist noch lange kein Grund nicht in den Wald zu gehen. Für viele ist der Wald nach seinem bunten Herbstspektakel nun nicht länger interessant. Kahle Bäume, braunes Gras, Matsch und aufgeweichte Wege, das klingt alles nicht sehr einladend. Ist es aber. Schließlich bietet ein Wald eine so große Vielfalt, dass in jeder Jahreszeit genug zu entdecken gibt und gegen schlechtes Wetter gibt es heutzutage ausreichend schützende Kleidung.

kleiner Teich im Reinhardswald

Heute war mir mehr nach Querfeldein und bis auf kurze Forstwegpassagen erkundete ich den Wald auf halb zugewachsenen Rückewegen, die mitunter ziemlich sumpfig waren.
In der Nähe der alten Revierförsterei Mariendorf ging es los in einen wunderschönen Eichenwald, der bald in einen Fichtenwald übergeht. Nachdem der Forstweg kurze Zeit später abrupt endet, kommt schon nach kurzer Wegstrecke ein kleiner Teich, der sich idyllisch in die Landschaft schmiegt und in dem sich die Bäume spiegelten. Ohne feste Schuhe ist diese Gegend nicht gut zu erkunden, denn schon bei wenig Regen bildet sich hier eine fast durchgehende Sumpflandschaft, die hohe Trittsicherheit erfordert, um nicht in einer der mit Gras überwachsenen Pfützen knietief zu versinken.

Fernblickvon der 'Faulen Brache'

Überall auf den aufgeweichten Pfaden ließen sich frische Tierspuren von Rotwild und Wildschweinen entdecken und die, natürlich wie immer angeleinten Hunde, schnüffelten was die langen Nasen hergaben. Auf der Anhöhe der Faulen Brache konnten wir heute eine gute Fernsicht und ein schönes Wolkenspiel genießen, ehe wir, natürlich auf einem Rückeweg, zurück zum Auto wanderten.

Zum Nachahmen müsst ihr etwa 2 Stunden Zeit und die erwähnten guten Schuhe mitbringen, dann aber lässt sich der Reinhardswald, nicht nur an dieser Stelle, jeden Tag aufs neue entdecken.

Wer sich zu einer spätherbstlichen Wanderung auf besseren Wegen inspirieren lassen möchte, findet ein paar Tourenvorschläge im  Mein Reinhardwald Wanderführer

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Pipeline und Salzsee mit schwarz/grün?

Derzeit befindet sich die CDU in Hessen in Koalitionsgesprächen mit den Grünen. Diese grüne Partei hatte sich, vor allem früher, den Umweltschutz groß auf die Parteifahne geschrieben. Das Aktionsbündnis salzfreies Märchenland hat sich nun mit einem Brief an beide Parteien gewandt, das Thema K+S mit der geplanten Oberweserpipeline und dem Salzwasserspeicherbecken (hier nachzulesen) in den Verhandlungen zu thematisieren.

Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die Grünen endlich mal wieder Farbe bekennen und politisch auf der Verhinderung dieser Vorhaben bestehen würden. Leider hat allzu oft die jüngere Vergangenheit gezeigt, dass die Parteien in Deutschland ihre Ziele nach der Stimmabgabe der Wähler alsbald neu formulieren und in Koalitionsverträgen die eigene Postenversorgung über die Parteimaximen stellen, die sie den Wählern vor der Wahl vorgaukeln.

Ein politisch gefordertes Aus der Bauvorhaben ist meiner Meinung nach also nicht in Sicht. Umso wichtiger, dass die Menschen der Region nicht aufhören, ihren Unmut immer wieder kundzutun.

Wer sich weiter zu diesem Thema informieren möchte kann das beim Aktionsbündnis salzfreies Märchenland tun.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Räuchern mit heimischen Kräutern - Teil 1 Geschichte

Heute möchte ich mit einer kleinen Serie beginnen, die sich mit dem Thema des Räucherns beschäftigt.

Geschichtliches:

Räuchern ist wohl seit der Mensch das Feuer für sich entdeckt hat, immer mehr zu einem Brauch, einer Kunst und Tradition geworden, die schließlich in jeder bekannten Hochkultur der Geschichte einen festen rituellen, aber auch alltäglichen Platz fand.
Dabei dürfte es ursprünglich eher reiner Zufall gewesen sein, wenn frühzeitliche Menschen Holz, Rinde, Harze oder Kräuter in ihr Feuer warfen und sich daraus angenehme Düfte entwickelten, welche die Launen der Umsitzenden zu beeinflussen vermochten.
Durch Beobachten und Ausprobieren wurden mit der Zeit immer mehr Pflanzen entdeckt, die mit ihren verschiedenen Düften unmittelbar eine stimmungsverändernde Wirkungen hervorriefen. Diese konnten nun gezielt gesammelt und für bestimmte rituelle oder gewöhnliche Zwecke eingesetzt werden.
Von Generation zu Generation wurde das immer größer werdende Wissen darüber weitergegeben und mit der Erfindung der Schrift schließlich aufgezeichnet und dadurch noch weiter verbreitet.
Regional entwickelten sich, je nach Verfügbarkeit der Räucherstoffe, unterschiedliche Riten und Traditionen, doch im Kern bleibt der Sinn dahinter immer gleich.

Hokuspokus oder Wissenschaft?

Über das Räuchern geistern heutzutage viele Geschichten umher und die meisten ordnen das Rächern unter dem allgemeinen Begriff der Esotherik ein, dabei kann das Räuchern doch vielmehr als nur das bloße Verbrennen von Pflanzenteilen sein.

In der alltäglichen Anwendung übernahm das Räuchern die Aufgabe die Luft in den Häusern zu verbessern oder um Nahrungsmittel haltbar zu machen. Noch heute werden z.B. Wurst, Käse oder Fisch über verschiedenen Hölzern geräuchert, um sie zu konservieren und den Geschmack zu verbessern. Daneben erlangten Räucher-Rituale zu medizinischen, religiösen, weissagenden und magischen Zwecke eine große Bedeutung.
Von vielen Pflanzen ist heute, nicht nur in der Homöopathie, sondern auch in der Schulmedizin eine gesundheitsfördernde,desinfizierende oder heilende Wirkung bekannt, die zum Teil durch das Verräuchern bzw. Einatmen erreicht wird. Es ist also weit mehr als bloßer Hokuspokus.
Buddh. Kloster im Himalaya
Religiös ist in unserem Kulturkreis wohl der Weihrauch am weitesten verbreitet, der in katholischen Kirchen zum Einsatz kommt. Im Hinduismus und Buddhismus findet, vor allem in Asien das Räuchern heute ebenfalls ganz selbstverständlich im alltäglichen religiösen Leben statt.
Doch nicht nur aktuell, sondern schon seit der Steinzeit wurde auf Altären Räucherwerk verbrannt, um die Gottheiten milde zu stimmen. Bei den Kelten war es üblich, neben dem rituellen Hauptfeuer- und Räucherplatz in der Dorfmitte, einen kleinen Hausaltar zu haben, der mit Opfergaben versehen wurde und an welchen kleine Räucherzeremonien abgehalten werden konnten.
Weltweit ist das Räuchern aus den Hochkulturen in Ägypten, Mesopotamien, Griechenland, dem römischen Reich, dem Orient, sowie den indianischen Stammesritualen und aus Europa bekannt. Es zeiht sich also weltweit durch die Menschheitsgeschichte.

 

Und heute bei uns?

Räucherzeremonien werden in unserer Gesellschaft zur atmosphärischen Reinigung und Desinfektion von Wohnräumen und Häusern genutzt. Darüber hinaus ist das Verbrennen von Räucherwerk, wie früher religiöse Handlung und Opfergabe an die Götter und wird gern bei Gottesdiensten, Hochzeiten oder Taufen eingesetzt.
Räucherwerk wird zur Hilfe bei der Meditationen und zur Stärkung der spirituellen Energien verwendet. Ebenso wird in der alternativen Medizin auf die heilende Wirkung bestimmter Räucherstoffe vertraut.
Das alte Wissen wird in vielen Bereichen wiederentdeckt und immer mehr Menschen sehen das Räuchern als Bereicherung ihres täglichen und spirituellen Lebens. Natürlich gibt es auch einige, die nur wegen des 'netten Duftes' räuchern, doch auch diese lassen sich ganz unbewusst von den Düften beeinflussen. Darüber hinaus bietet ein Räucherritual vor allem auch Zeit zum Abschalten, was in unserer hektischen Welt immer wichtiger wird.
Ich würde jedem raten, sich einmal etwas näher damit zu beschäftigen, denn es gibt viel zu entdecken, was unser Leben bereichern kann.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Kolumne - Advent, das jährliche Chaos

Seit Ende August haben Spaliere von Schokoladenweihnachtsmännern, Sonderposten von Spekulatius- und Dominosteinkisten und Palettenweise Christkindlmarktglühwein es bereits angekündigt: Weihnachten kommt. Gefühlt würde ich sagen, ist die Osterwaren gerade erst aus den Regalen verbannt worden, als schon die ersten Vorboten auf die besinnlichste Zeit des Jahres ihren Platz einnahmen. Reichlich Zeit also sich schon einmal auf die weihnachtliche Zeit zu freuen, bei der alle um den Tannenbaum versammelt sind, singen, Geschenke austauschen und sich die Bäuche vollschlagen, sofern sie sich seit August an dem Naschwerk noch nicht überfressen haben sollten.

Warum aber nur scheinen für viele Menschen gerade die letzten Wochen vor Weihnachten zu einem nicht zu unterschätzenden Stressfaktor zu werden? Kommt Weihnachten einfach zu plötzlich? Wohl kaum, schließlich winken uns, wie erwähnt, seit Ende August die Weihnachtsmänner aus den Regalen zu. Oder vielleicht doch gerade deswegen? Weil die Vorweihnachtszeit auf beinahe Halbjahreslänge gedehnt und uns somit unendliche Zeit bis zum Tag des Festes suggeriert wird? Ja, Geschenke kaufe ich bald...ist ja noch Zeit. Und so werden wir auch dieses Jahr wieder verzweifelte Mitmenschen am Heiligabend durch die Geschäfte hetzen sehen, die in allerletzter Minute noch ein persönliches Geschenk erstehen wollen - Geld schenken kann ja schließlich jeder.

Was genau feiern wir eigentlich?


Ich würde sagen wir feiern die Erfolge der Werbe- und Konsumindustrie. Schließlich schaffen die es immer wieder den Menschen Milliarden Euro für Dinge aus der Tasche zu ziehen, die oft unnütz sind oder kurz darauf wieder umgetauscht werden, weil sich die Menschen wohl doch nicht so gut kannten wie sie dachten. Geiz ist Geil gilt dabei höchstens für die Wahl der Einkaufsstätte, nicht jedoch für das Geschenkebudget. Es wird gekauft was der Ratenkredit hergibt, nur um einem Ideal von Musterweihnachtsmarionetten zu entsprechen und sich bloß nicht eingestehen zu müssen, dass man es vielleicht ein wenig übertreibt oder sich doch nicht so ganz leisten kann, was alles unter dem Baum liegt. Wer will schon gern bei der Prahlerei nach Heiligabend sagen müssen, er habe nur Kleinigkeiten bekommen oder am Ende so herrlich nützliche Dinge wie Socken oder eine neue Mütze. Nein, da müssen schon andere Kaliber her und natürlich immer mehr und teurer als das Jahr zuvor, schließlich soll Weihnachten jedes Jahr aufs neue das Fest der Rekorde werden.

Schaut man in die Zeitung, so funktioniert das auch. Jedes Jahr bricht der Handel die Umsatzrekorde des Vorjahres, die Weihnachtsmärkte boomen, zumindest bis auf die Stände der Kirchen, die werden immer weniger. Was die auch dort zwischen all den Suffbuden zu suchen hatten wollte sich mir nie so ganz erschließen, nahmen sie doch wertvollen Platz für einen weiteren Glühweinstand ein. Ja, Weihnachten ist heute weit mehr als ein beschauliches Miteinander, es ist das Fest der Superlative.

 

Früher war alles anders?


Oh ja, es war bei weitem nicht so eine Hektik in der ganzen Sache und der Konsum stand auch nicht so exzessiv im Vordergrund. Für viele ist Weihnachten nur noch eine lästige Pflichtveranstaltung , bei der man etwas zu feiern scheint, was man das ganze Jahr über nicht mal im Ansatz beachtet. Da quälen sich Menschen in die überfüllten Weihnachtsgottesdienste in die ansonsten gähnend leeren Kirchen, offenbar in der Hoffnung endlich vom Weihnachtsgedanken beseelt zu werden. Schenken und beschenkt werden findet in einer rituellen Weise statt, die oftmals das wahre 'Wollen' dahinter vermissen lassen und dass sich viel zu viele Menschen in diesen Tagen der Völlerei hingeben, ist hinlänglich bekannt.
Und kaum ist der ganze Spuk vorbei, kehrt man brav in den Alltag zurück, lässt die Kirchen wieder achtlos links liegen (schließlich will man Sonntags ausschlafen), kehrt zur gewohnten Büchsenernährung zurück und freut sich irgendwie insgeheim, dass man diesen Mist überstanden hat.

 

Wir können auch anders


Vielleicht sollten wir uns vorher einmal Gedanken machen, was wir denn überhaupt feiern wollen und vor allem wie, ehe wir einer Masse blindlings folgen. Egal ob christlich angehaucht, die Fier des traditionellen Lichterfestes oder was auch immer unser Gedanke dabei sein mag, wir können diese Tage des Jahres wirklich besinnlich gestalten, ohne Rummel, Zwang und Konsumorgien. Dann können wir dabei etwas mitnehmen, dass uns das ganze Jahr über erhellt und an das wir uns gerne erinnern. Und mal ehrlich, was gibt es schöneres als an einem kalten Wintertag im Advent im stillen Wald gemeinsam einen heißen Glühwein aus der Thermoskanne zu genießen, die Ruhe der Natur zu spüren und sich in dieser Stille auf ein Fest zu freuen, welches viel mehr sein kann, als was die heutige Zeit daraus gemacht hat....

Webseite - Veranstaltungskalender Dezember

Seit eben steht euch der Veranstaltungskalender für Dezember auf meiner Webseite zur Verfügung. Und es ist wirklich eine Menge Interessantes für jegliche Interessensgebiete dabei.
Also nichts wie hin zum Mein Reinhardswald Veranstaltungskalender