Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Sonntag, 7. Dezember 2014

Kolumne - Weihnachten 2.0

Ein Weihnachtsbericht:

Nun war es mal wieder so weit, die schöne Weihnachtszeit kündigte sich an. Anfang September. Ich staunte nicht schlecht, als ich zu eben jener Zeit große weihnachtlich dekorierte Sonderaufsteller mit Lebkuchenoblaten, Schokoladenweihnachtsmännern, Christbaumschmuck und verschiedensten Pralinen  in den Supermärkten stehen sah. Gefühlt war Ostern mit seinem Hasenwahnsinn gerade erst durch und nun das. Ist das nicht ein bisschen früh für Weihnachten, denke ich bei mir und gehe weiter meine Einkäufe erledigen.

Weihnachten im Oktober


Von nun an ist Weihnachten allgegenwärtig. Überall wo ich hinsehe finde ich Nikoläuse,  bunt blinkende Tannenbäume und andere geschmacklose Dekorationen in den Schaufenstern der Geschäfte. Aus den Lautsprechern dudelt nun nicht mehr die einheitskonforme Supermarktmusik, sondern in Endlosschleifen Jingle Bells und Stille Nacht. Ich frage wirklich mich ernsthaft, ob Weihnachten nicht mehr am 24. Dezember stattfindet sondern von Frau Merkel alternativlos auf den 24. Oktober vorverlegt wurde.

Da ich beruflich quasi täglich in der Stadt bin, konnte ich die weiteren Auswüchse des Weihnachtsrausches ziemlich gut beobachten und möchte das hier einfach mal kurz zusammentragen. Bereits kurz nachdem die Sonderaufsteller in den Supermärkten die ohnehin schon engen Gänge weiter verschmälerten, so waren diese auch schon ziemlich leer gekauft - Lebkuchen, Spekulatius und Schokoweihnachtsmann haben das Fest der Liebe wohl nicht mehr mitbekommen und wurden nun anstatt der normalen Schokolade in Unmengen vertilgt. Auch wenn allein die Verpackung den Preis für die selbe Schokolade enorm steigen lässt. Ansonsten beginnen in der Innenstadt von Kassel Ende Oktober bereits die Vorbereitungen für den alljährlichen Märchenweihnachtsmarkt. Wäre es gesetzlich nicht geregelt, würden die Buden wahrscheinlich schon längst geöffnet haben, wenn sie überhaupt zwischendurch mal geschlossen werden, schließlich wird das ganze Jahr gesoffen - äh gefeiert meine ich.

Das ist aber nicht das einzige was verwundert. Mit mobilem Kranwerk wird mitten auf dem Königsplatz, im Herzen des Märchenweihnachtsmarktes, wo ja eigentlich Frau Holle oder Hänsel und Gretel zu finden sein sollten, eine gigantische Holzalm aufgestellt. Zwei Stockwerke hoch überragt dieser nach Apres-Ski stinkende Glühweintempel alles andere was sich auf dem Königsplatz befindet, die ehemals welthöchste Weihnachtspyramide mal ausgenommen. Im vorderen Bereich gibt es einen Straßenverkauf mit urtypischen weihnachtlichen Spezialitäten Nordhessens, wie etwa Leberkäse, Spätzlepfanne und Sauerkraut. Daneben stehen zum Verzehr dieser zweifelhaften Speisen stehtischähnliche Gebilde, die wie Wildfutterkoben aussehen. Wieder drängt sich die Frage auf, was das mit einem Märchenweihnachtsmarkt zu tun haben könnte und ob nicht der Reiz eines heißen Glühweines die kalte Umgebung ist, wo man sich gerne an den Märchenmotivtassen seine durchgefrorenen Hände wärmt, anstatt in einem künstlich beheizten Uffta-Tempel sich das Zeug gröhlend zu Alpengejodel und Skimusik einfach reinzuschütten, bis man derart voll ist dass man an die nächste Kunsthandwerksbude kotzen muss. Warten wir es ab, ich nehme Wetten an. Pünktlich einen Tag nach Totensonntag wird er dann seine Pforten öffnen, um uns über einen Monat lang auf Weihnachten einzustimmen.

Licht an!


Etwa eine Woche später muss ich im Supermarkt die normale Schokolade suchen, sie wurde auf ein Minimum zusammengeschoben, denn all das Weihnachtszeug braucht Platz - viiiel Platz. Die Auswahl an solchen Produkten ist erschlagend und in der kompletten Fülle unaufzählbar. Immerhin sind die normalen Lebensmittel weihnachtsfrei, es fehlte ja auch noch, dass einen die Weihnachtsfratzen von Milchtüten oder Joghurtbechern angaffen. Auf dem Weg nach Hause stelle ich fest, dass sich anscheinend viele Leute schon fleißig in die Armee der Weihnachtsbegeisterten eingereiht haben und dies der ganzen Nachbarschaft durch auffallende Beleuchtungsinstallationen in, an und um den Fenstern kundtun. Natürlich muss auch der Vorgarten entsprechend zurechtgemacht werden. In allen Farben, die billige Lichterketten so hergeben blinkt, blitzt und leuchtet es nun in den Büschen und Bäumchen, die brav eingefasst im Zierrasen wehrlos diese Entwürdigung über sich ergehen lassen müssen. Auch künstliche Figuren bis hin zu ganzen Rentiergespannen inklusive fettem Weihnachtsmann und einem Schlitten voller Geschenkverpackungen sollen weithin sichtbar bekunden, mit welch guten Geschmack man sich auf das Weihnachtsfest freut.

Anfang November ist das Leben nicht mehr wie es war. Überall prangt nun fett Werbung, was man denn alles zu kaufen habe, damit das Weihnachtsfest auch wirklich so richtig toll wird. Tut man es nicht, dann suggerieren einem diese Botschaften, dass man das Weihnachtsfest ja dann wohl komplett vergessen kann, weil es eben dann an genau diesem oder jenem fehlen wird. Auf allen Werbetafeln und Litfasssäulen der Stadt wird uns immer wieder eingetrichtert, dass wir verdammt nochmal unserer Geschenke bei genau ihnen zu kaufen habe und wenn man schon mal etwas schenkt, dann muss es aber auch gleich das beste sein was es im Laden gibt. Was ist mit der Werbung die vorher dort prangte? Weg, überklebt mit der frohen Botschaft, dass es nun los geht mit Weihnachten! Im Kinderkanal, den ich gelegentlich mitschauen darf, werben die Spielzeughersteller mit immer neuen Kreationen an Spielzeug, mit Aktionfiguren die echte Raketen abfeuern können, mit Pipi machenden Babypuppen und mit allerlei Videospielgedöns, welches unter jedem Weihnachtsbaum zu liegen hat. Was ist nur aus den guten alten Spielsachen geworden wie es sie in meiner Kindheit noch gab. Puppen ohne Flash Speicher der einem hirnverbrannte Sätze aus einem billigen Mundlautsprecher um die Ohren schmeißt, einfachem Lego ohne Kanonen und Lichtersäbeln, einer Autorennbahn die nicht nur dazu da ist irgendwelchen Phantasiewesen die Köpfe abzufahren, oder einfach nur den liebevoll geschnitzten Holzspielzeugen ohne Power-Taste und Hyper-Modus? Ganz zu schweigen von den Anfängen der Video Spiele, wo es Tennis, Fußball und ein Jump ‘n Run spiel gab, bei dem man nicht erst 5000 Monster und Menschen abballern muss um einen Level aufzusteigen. Die Gewalt und Sinnlosigkeit, das ist sicher, nimmt bei Kinderweihnachtsgeschenken die beworben werden immer mehr zu, gerade zu pervers, Gewalt zu verschenken, wo es ja eigentlich ein Fest der Liebe sein soll...

Real Christmas Spirit


Oh je, da habe ich ja was gesagt. Was soll das denn sein? Ein Fest der Liebe? Nicht heute bitte, dass können wir dann Weihnachten machen! Gut, verschieben wir die Frage.

Der Rummel geht seinen gewohnten Gang, bis, wie vorhergesagt pünktlich nach Totensonntag der Kasseler Mächenweihnachtsmarkt mit Saufalm seine Pforten öffnet. Komplett kann ich diese Veranstaltung hier nicht dokumentieren, das würde Bücher füllen, aber anhand eines Wochentages und eines Wochenendtages möchte ich hier zeigen wie es wirklich war, nicht wie es in der Propagandapresse dargestellt wurde (als voller Erfolg natürlich, der allen Weihnachten so richtig nahe gebracht hat). Mein erster Rundgang durch die Rumpelstilzchengasse zeigt gleich das Hauptthema des Jahres: Fressen und Saufen. Noch mehr Buden werben um die Besucher um sie mit fettigen Speisen und reichlich Alkohol zu beglücken. Es ist etwa halb zwölf vormittags, Montag, der Markt an sich ist relativ normal besucht, kein Gedränge in den Märchengassen. Die Verkäufer der versteckten Kunsthandwerkstände sitzen gelangweilt in ihren Hütten und warten darauf, dass sich einer der Besucher in den innerern Ring verirrt. Das ist lustig, der Markt ist im Prinzip in zwei Ringe aufgeteilt. Auf dem Äußeren stehen NUR Fress- und Saufbuden, im Inneren dann die kleinen Büdchen in denen die typischen Weihnachtsmarktartikel angeboten werden. Jeder Besucher MUSS also erst einmal an den duftenden Buden vorbei bevor er zu den anderen kommen kann. Im Zentrum dann der Tempel, die Alm, die wahrlich neue weltweite Maßstäbe an Größe und Monströsität für alle zukünftigen Märchenweihnachtsmärkte setzt. Vom Nahen Multi-Einkaufscenter dudelt die aus dem Supermakt bekannte Endlosschleife Weihnachtslieder. An den Glühweinbuden stehen bereits reichlich Menschen, die sich in Tassen von 1997-2014 den Glühwein, Met, Glögg oder anderes alkoholisches Zeug einverleiben. Ich finde es gar nicht so kalt und zudem noch reichlich früh für das Zeug, aber ich muss es ja nicht trinken. Auch die Würstchenstände, Pommesbuden, Bratereien und all die anderen Speisestände können sich über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Das soll für heute reichen, ich verlasse den Markt um an einem belebteren Abend wiederzukehren und mich nach dem Geist von Weihnachten umzuschauen.

Da bin ich wieder, abends, es ist voll, richtig voll. Wir werfen einen kurzen Blick in das angrenzende Kaufhauscenter, kehren aber direkt wieder um, da sich Schlangen an den Rolltreppen gebildet hatten, worauf wir keine Lust hatten. Bleiben wir also auf dem Markt. Es ist schwer mit einem Kinderwagen voran zu kommen. Zum einen ist es wie gesagt sehr voll und zum anderen stehen die hässlichen Springbrunnenpoller der glorreichen Königsplatzbewässerungsanlage überall im Weg rum. Da hat sich bei der Planung dieses ‘Brunnens’ jemand wieder so richtig viele Gedanken gemacht... Sei es drum, langsam schieben wir uns mit der Masse weiter, im äußeren Ring. Die Arbeitskräfte vom Catering Service an der zweiten Glühweinbude links kommen kaum mit dem Ausschank und der Zubereitung der Getränke und Speisen nach, da ein nicht abreißender Strom von Hungrigen und Durstigen anstürmt. Oh, da hinten scheint es ein wenig leerer zu sein, dort versuchen wir hin zu kommen. Eine halb offene Hütte steht dort, gähnende Leere davor und darin. Und dann sehe ich warum. Auf einem schlichten Holzschild steht ein Wort, dass bislang in diesem Text noch nicht erwähnt wurde (weil es auch nirgends vorher auftauchte!), welches aber meiner Meinung nach sehr viel mit Weihnachten zu tun hat, glaube ich zumindest. Jesus. Kann man das essen? Macht das auch schön voll? Nein? Dann macht’s gut. Niemand, wirklich niemand außer dem älteren Herrn hinter dem Tresen mit Büchern und einem Jüngeren, der an einem Stehtisch auf Fragende wartete. Nicht ein Besucher hier? Jesus. Ich gehe hin, komme schnell in ein nettes Gespräch und erfahre, dass nur sehr wenige Menschen zum Stand kommen, dass es nicht gelingt mit der Botschaft Jesu, da ist dieses Wort schon wieder, die Leute von den Glühweinständen wegzulocken, dass es niemanden interessiert was Weihnachten (und überhaupt mit Jesus) passiert ist. Hin und wieder fragte wohl jemand, ob er in der freien Ecke der Hütte seine Geschenketüte für ein Stündchen deponieren könne. Ich wünsche den beiden gesegnete Weihnachten und tauche wieder ein in die anonyme Masse wo mir gleich eine Tüte eines Kaufhauses ins Auge sticht, auf der in großen Buchstaben ‘REAL CRISTMAS SPIRIT’ steht. Ausdrücke wie Weihnachtsfanatismus oder Verdummung der Massen kommen mir unweigerlich in den Sinn. Nach kurzer Zeit gehen wir wieder, nicht wirklich unser Ding.

Endspurt auf der Zielgeraden


Getreu dem Motto 'ganz oder nur einmal im Jahr' gehen am heiligen Abend dann alle brav in die Kirche. Mit reichlich klingender Münze versuchen sie im Klingelbeutel ein reines Gewissen zu finden, lauschen dem Krippenspiel der Jugendgruppen, wissen danach zwar dass ein Jesus geboren wurde, aber immer noch nicht was er in seinem Leben so gemacht hat. Vielleicht kommt ja was darüber im Fernsehen, oder doch lieber den Kriegsfilm gucken? Klar, viel mehr Action! So, Kirche ist aus, scheiße keine weiße Weihnacht, nur grau, nasskalt und dunkel draußen! Also ab nach Hause, Türen zu, Weihnachten hat begonnen, der fette Braten schmurgelt gemütlich im Ofen, dicke Geschenkepakete warten unter dem 40,- Nordmanntannenbaum auf hoffentlich zufriedene Auspacker und ein Fläschchen Wein mehr als sonst liegt natürlich auch bereit.

Drei Tage später ist alles vorbei. Geschafft! Weihnachten ist vorüber, jetzt schnell in die Stadt und die ollen Geschenke umtauschen, noch fix ein Diätbuch kaufen und dann kann man auch schon reichlich Böller erstehen, den Wein- und Sektvorrat auffüllen und sich schon mal auf Silvester freuen. Und wenn wir mal einen nach Jesus fragen:”Ja, habe ich schon mal von gehört, ich glaube die Gepäckaufbewarungsstation am Weinhachtsmarkt hieß so!”

Frohe Weihnachten!

real christmas spirit

Mein Reinhardswald auf Instagram


Ich bin nun auch auf Instagram vertreten. Unter instagram.com/der_waldmann findet ihr immer wieder neue Bilder vom Reinhardswald und der Natur. 


Falls ihr regelmäßig dabei sein wollt, könnt ihr meine Bilder auf instagram auch gerne abonieren, einfach auf 'folgen' gehen und ihr seid immer aktuell dabei.

Donnerstag, 27. November 2014

Worst Case durch K+S Pipeline und Speicherbecken

Wie bereits mehrfach in diesem Blog geschrieben steht dem Reinhardswald eine Abwasserpipeline ins Haus. Heute ist es mal wieder an der Zeit meine Leser mit einem Update auf den neuesten Stand zu bringen.

Politik gegen Vernunft und Bürger


Leider haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet und die Politik ist mal wieder der Gönner der Wirtschaft. Die Versenkungserlaubnis für K+S wurde noch einmal bis zum Jahr 2021 verlängert. Ab dann sollen die Abwässer durch die Oberweserpipeline in die Weser geleitet werden. Zwar lehnen die betroffenen Gemeinden und auch Nachbarstädte diese ab, doch hat die Landespolitik wie immer kein Gehör für regionale Interessen. Gerade wenn der ein oder andere lukrative Posten dabei winkt...

Die Oberweserpipeline soll laut Politik und Unternehmen in einem 4-Stufen- Plan die Werra an Süßwasserqualität Stufe 4 heranbringen. Die tatsache dass die riesigen Abfallberge Monte Kali und Co alleine noch für 100te Jahre Salz liefern, wird mal wieder gerne vergessen und wenn der eine Fluss sauber ist, dann nehmen wir eben einen anderen...

Umweltbundesmat sieht Alternative, aber empfiehlt das Gegenteil?



Die Nordseepipeline ist längst schon vom Tisch, das war auch nicht anders zu erwarten, hätten sich doch zu viele Widerstände in zu vielen Bundesländern gebildet. Also nimmt man den kurzen Weg und kippt das Zeug dann ab 2021 in die Weser. Eine verantwortungsvolle Entsorgung nach dem Verursacherprinzip findet nicht statt. Auch das Bundesgutachten sieht zwar die technische Machbarkeit der Eindampfung der Abwässer, empfiehlt diese aber seltsamer Weise diese. Das bestätigt nur dass die Politik immer mehr zum Handlanger der Wirtschaftsinteressen großer Konzerne geworden ist..


Wie geht es weiter?


Entscheidungsbefugt ist letztlich eh das RP in Kassel ist un dwie die zu der Sache stehen ist klar. Grüne und CDU werden auf kreisebene am Ende vor der Landesregierung kuschen und nicht klagen (Parteienzwang über alles!) und in der Folge wird dann die Pipeline kommen und mit ihr das geplante Speicherbecken. Die Standortsuche hat bereits begonnen und neueste Berichte deuten auf die Umgebung von Gottsbüren hin.

Der Runde Tisch, einst als Schnittstelle zwischen allen Parteien hoch gelobt, ist am Ende zu einer Farce verkommen, denn wirkliche Gegenargumente wurde nie ernst genommen. Anrainer und Umwelt sind wie immer die großen Verlierer, während die Wirtschaft lacht. Ach übrigens, weil es K+S mit dem Umweltschutz so wirklich ernst nimmt, sagt man lieber heute schon, dass man das 80ha große Speicherbecken am Ende nicht zurückgebaut wird, sondern einer sinnvollen Verwendung zugeführt wird. Wer weiss, vielleicht kann man dannn dort ja Atommüll versenken...

Sonntag, 16. November 2014

Herbstnebelwanderung

Der Herbst hat den November in seinem Griff. Kalt ist es morgens, wenn es den frühen Wanderer zum Sonnenaufgang in den Wald zieht.

  Nebel, Klarheit und ein paar frühe Sonnenstrahlen 




In dieser Jahreszeit ist der Wald viel stiller als ohnehin schon. Die Vögel schlafen noch und die Nebel verschlucken viele der Geräusche. Nur das gelegentliche Rufen der erwachenden Rehe und der Klang meiner eigenen Schritte unterbricht die Stille. Wie wunderbar klar alles ist, wenn ich einfach stehen bleibe, tief einatme, die Augen schließe und mich als Teil dieses Waldes fühle, fern ab von allem Lärm, Stress und dem ganzen Kram der einem den Alltag zumüllt.


Die Wegweiser sind die Arme der Bäume


Heute lies ich mich ganz durch die Bäume leiten, hatte ich doch Zeit genug um eine paar extra Kilometer zu laufen. In so manchem halb zugewachsenen Rückeweg stehen beeindruckende Bäume und warten darauf besucht zu werden. Dieser Einladung bin ich gerne nachgekommen und habe so manchen Kollegen entdeckt, den ich bis dahin noch nicht kannte.


Es muss nicht immer Sommer sein um wundervolle Wanderungen im Wald erleben zu können. Die Stimmungen im Herbst sind mir jedenfalls mindestens genauso lieb.

Anregungen für ein paar Wanderungen könnt ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer entdecken.

Freitag, 31. Oktober 2014

Webseite Inhalt erweitert

Manchmal mag es den Anschein haben als passiere auf meiner Webseite nicht viel.Doch der Schein trügt. Zwar lassen Familie und Beruf nicht allzuviel freie Zeit, doch hin und wieder setze ich mich gerne an den PC und arbeite ein wenig an der Seite oder dem Blog hier.


Naturdenkmäler


Als neuen Menüpunkt habe ich die 'Naturdenkmäler' aufgenommen. Dort findet ihr eine wachsende Liste von offiziellen Naturdenkmälern und solchen die es meiner Meinung nach auch inoffiziell verdient haben, eines zu sein.



Drei dieser beeindruckenden Naturwunder sind bereits gelistet und die Zahl wird kontinuierlich steigen, schließlich gibt es im Reinhardwald mehr als genug davon. Jedes Naturdenkmal soll uns daran erinnern, wie wundervoll und einzigartig die Natur mit ihren Geschöpfen und Landschaften ist und uns einladen, einen Moment innezuhalten und nachzudenken.

Außerdem gibt es nun auch ein paar Infos zu meiner Person unter 'Über mich' und den aktualisierten Veranstaltungskalender November 2014.

Wie immer lohnt es sich also auf www.-mein-reinhardswald.de vorbeizuschauen

Freitag, 10. Oktober 2014

Herbstzeit - Wanderzeit

Der Frühherbst hat Einzug gehalten und ganz langsam kleidet sich der Wald in herbstliche Farben. Morgens zieht nun häufig früher Nebel über die Wiesen und alles bereitet sich auf die kälteren Tage des Jahres vor. Für den früh aufstehenden Wanderfreund bietet ein nebelverhangener, frühmorgendlicher Wald ein besonderes Idyll und wenn am Ende die Sonnenstrahlen durchbrechen strahlt alles in einem ganz besonderen Licht.



Auf einer meiner Wanderungen durch den Reinhardswald besuchte ich auch mal wieder die Sandbornwiese. Dort findet sich auch eine leicht zu übersehende Waldkirche, die zur Rast und zum Innehalten einlädt. An so einem Ort lässt sich die Anwesenheit einer höheren Macht spüren und jeder scheint willkommen zu sein sich auszuruhen und einfach den Moment zu erfahren.

Goldene Wanderzeit


Genussvoll lässt es sich im Herbst wandern und der goldene Oktober trägt seinen Namen durchaus zu Recht, hatten wir doch auch dieses Jahr schon ein paar besonders schöne Tage. Die Sonne scheint warm, aber nicht zu heiß und überall schöpft die Natur noch einmal Kraft für den kommenden Winter, der den Jahreskreislauf beenden wird.


Jede Jahreszeit hat ihre eigenen und besonderen Reize, doch ist der Herbst in seinem schnellen Wandel mit seinen immer neuen Farben und Lichtspielen eine ganz Besondere und jede Minute ist einzigartig. Mit Wanderschuhen unter den Füßen ist der Herbst nicht grau und trüb, sondern bunt und vielseitig, selbst wenn es auch mal zwischendurch regnet. Ihr könnt es gerne selber ausprobieren..

Anregungen für ein paar Wanderungen dazu sind im Mein Reinhardwald Wanderführer zu entdecken.

Sonntag, 14. September 2014

Erntewanderung

Der Spätsommer (so man ihn so nennen will) beschert uns nun überall in der Natur reiche Ernte. Das Wissen um all die essbaren Leckereien ist heutzutage nicht mehr sehr weit verbreitet und so bietet sich dem Kenner von Wald und Wiese ein reich gedeckter Tisch. Auch im Reinhardswald kann der Wanderer sein Körbchen nebenbei füllen.

 Naschbeeren, Sirup, Saft und Marmeladen... 


Vieles, was die meisten als ungenießbar ansehen, entpuppt sich als äußerst schmackhaft, sei es direkt vom Strauch, als Kompott, Tee, Saft, Sirup, Marmelade oder etwa als Pilzpfanne.

Kratzbeere

Wichtig ist bei allem was ihr erntet, dass ihr euch absolut sicher seid, was ihr
gerade pflückt oder schneidet, denn zu einigen Gewächsen gibt es durchaus giftige Doppelgänger. Im Zweifel lasst also lieber die Finger davon. Auch müssen manche Früchte sorgfältig gekocht werden, bevor wir sie genießen können. Am besten informiert ihr euch vorher schon, was ihr mit den geernteten Zutaten machen wollt, dann müsst ihr am Ende nichts wegwerfen und könnt ganz beruhigt genießen.


Weißdorn

Die Beeren vieler Sträucher, wie z.B. die des Weißdorn, kann man direkt vom Strauch essen, zu leckerem Gelee verarbeiten oder getrocknet als Zusatz zum Backen verwenden. Die getrockneten Frückte und Blätter des Weißdorn geben die Grundlage für einen kreislaufstärkenden Tee.

Wegwarte

Auch die Wegwarte, die an sonnigen Stellen zu finden ist, wurde früher als schweißtreibende Arznei und bei Leberproblemen eingesetzt. Aus der Wurzel lässt sich zudem ein durchaus schmackhafter Kaffeeersatz herstellen.

Beeren, Kräuter, Nüsse, Wurzeln und Pilze


Daneben beginnt nun auch die Erntezeit für Hasel- und Walnuss, die nach sorgfältiger Trocknung den Speiseplan bereichern. Unscheinbare Kräuter lassen sich nun allerorts sammeln und zu Hause trocknen oder direkt frisch in der Küche verarbeiten.
Und welchen Pilzfreund schlägt nicht das Herz höher, wenn er nach ein paar kühlen, feuchten Tagen sein Sammelkörbchen mit diesen schmackhaften Gewächsen füllt.

Pilzpfanne

So frische und gute Lebensmittel könnt ihr in keinem Laden kaufen. Völlig gratis spendiert uns die Natur alles was wir für die schmackhhafte Wild- und Waldküche benötigen. Und ganz nebenbei wandern wir noch ein paar Kilometer in schöster Umgebung...Herz was willst du mehr...

Anregungen für ein paar Wanderunge sind im Mein Reinhardwald Wanderführer zu entdecken.

Sonntag, 31. August 2014

Veranstaltungskalender September

Seit eben steht euch schon der Veranstaltungskalender für September auf meiner Webseite zur Verfügung. Wie immer ist wirklich eine Menge Interessantes für jegliche Interessensgebiete dabei.
Also nichts wie hin zum Mein Reinhardswald Veranstaltungskalender

Freitag, 25. Juli 2014

Veranstaltungskalender August

Seit eben steht euch schon der Veranstaltungskalender für August auf meiner Webseite zur Verfügung. Wie immer ist wirklich eine Menge Interessantes für jegliche Interessensgebiete dabei.
Also nichts wie hin zum Mein Reinhardswald Veranstaltungskalender

Sonntag, 20. Juli 2014

Aussicht auf dem Staufenberg

Auch wenn das Wetter heiße Stunden versprechach, zog es mich hinaus zum Wandern. Früh morgens, um der größten Hitze zu entgehen, machte ich mich auf den Weg in den Reinhardswald. Auf dem Programm stand heute eine Runde über den Staufenberg mit anschließendem Besuch des Friedwaldes, sowie des Holzapetals.

Von der Kühbacher Wiese ging es hinauf zum höchsten Punkt im Reinhardswald, dem Staufenberg. Von dort oben haben wir eine herrliche Aussicht auf das Umland, bei guter Sicht bis weit nach Nordrhein Westfalen.

Staufenberg

Auf den Bänken der Schutzhütte bietet es sich an zu verweilen, eine Brotzeit zu genießen und bei grandioser Aussicht die Seele ein wenig baumeln zu lassen.
Im Anschluss wanderte ich hinunter in den nahen Friedwald, der mit seinen alten Eichen und Alleen ein sehr würdiger Platz für die letzte Ruhestätte darstellt.

Über einen kleinen Querfeldein-Abstecher ging es danach durch kniehohes Gras und Gestrüpp in Richtung Oberes Holzapetal. Da ich in kurzer Hose unterwegs war bot ich ein leichtes Ziel für allerlei Stechgetier, das dieses Angebot natürlich dankbar annahmen.

Ziemlich zerstochen und mit juckenden Beinen erreichte ich schließlich das Obere Holzapetal, wo ich mich in der Beobachtungkanzel ein wenig ausruhen konnte. Auch hier ist der Ausblick beeindruckend und das Holzapetal allgemein zählt zu den schösnten Bachläufen die ich kenne.

Schandfleck in Rot


Einzig ein kürzlich aufgestellter roter Rahmen störte das Bild empfindlich. Auf dem anhängenden Zettel finden sich ein paar Informationen über das Tal. Das mag ja ganz nett sein, aber warum man die Informationen nicht einfach dezent auf eine kleine Holztafel aufgebracht hat, erschließt sich mir nicht wirklich, denn um die einmalige Schönheit dieser Lanschaft zu erfahren brauchht es lediglich offene Augen und keinen beschissenen roten Holzrahmen.

Überall sieht man rot


Auf meinem Rückweg auf der Kasseler Schneise begegneten mir ncoh eineige dieser roten Rahmen, die allesamt von HessenForst aufgestellt wurden und zeigen sollen, wie toll und nachhaltig der Wals doch seit Jahrzehnten bewirtschaftet wird. Liebe Leute von HessenForst, ein wenig dezenter hätte es auch getan!

Trotz dieser seltsamen Dinger genoss ich meinen Rückweg zurück zur Kühbacher Wiese, der an vielen Stellen noch immer durch blühenden Fingerhut gesäumt war.


 Diese Runde ist (außer dem Querfeldein-Stück) im Mein Reinhardwald Wanderführer enthalten.

Sonntag, 22. Juni 2014

Wanderungen im Juni


Der Sommer hat Einzug gehalten und lockt mit Sonnenschein und warmen Tagen. 
Überall trägt der Wald nun sein volles Blätterkleid, die Wiesen stehen in sattem Grün, die Vögel zwitschern vergnügt und allerlei Insekten tanzen allerorts.


Im Lempetal bin ich mal wieder eine meiner Lieblingsrunden gelaufen, von Hombressen über den Mühlstädter Teich in einem weiten Bogen zurück. Immer wieder haben wir wunderschöne Ausblicke über die Bachauenlandschaft, weite Wiesen, Wald und bei guter Sicht bis zur Friedenseiche. 

im Lempetal

Nicht weniger schön ist die Runde um den Mühlenberg, die uns an der Sandbornwiese vorbeiführt. Wer mag kann dort an der Waldkirche eine kleine Andacht halten, einen Moment Ruhe finden und alles hiner sich lassen. Wo kann man das besser als im Reinhardswald?
Ein Stück geht es talwärts Richtung Veckerhagen, ehe ein kleiner Weg uns in einer Runde um den Mühlenberg führt und auf den Uwe-Mensdorf-Weg mündet, der wieder zur Sandbornwiese führt.

Sandbornwiese

Am Ahlberg, wo die weiße Frau in Vollmondnächten auf dem Wartberg erscheint, lässt es sich ebenfalls vortrefflich wandern. Wer sich bei Mariendorf auf dem Ecopfad hält, kann nebenbei noch eine Menge über die Siedlungsgeschichte erfahren. Landschaftlich erwandern wir auf der Runde um den Ahlberg alte Eichenwälder und können den Benhäuser und Rothbalzer Teich besuchen. Die unglaubluche Vielfalt lässt auch 20 Kilometer und mehr zum Genuss werden.

Rothbalzer Teich

Für alle die Lust auf den Sommer im Wald bekommen haben, bietet der Mein Reinhardwald Wanderführer  zahlreiche Wandervorschläge.

Freitag, 30. Mai 2014

Wanderung um Beberbeck

Nach den vergangenen Regentagen war es mal wieder an der Zeit die Wanderschuhe anzuziehen und ein paar Kilometer zu laufen. Natürlich ist mir der Reinhardswald dafür am liebsten und da ich heute einen arbeitsfreien Tag hatte, gibg es hinaus in meinen Wald.

Das Auto stellte ich in Beberbeck ab und wanderte von dort erst einmal die Eichenallee hinauf bis zum Waldrand. Dort stehen ein paar beeindruckende Eichen, die als Naturdenkmal geschützt sind - zu Recht. Von hier oben hat man einen tollen Ausblick über Beberbeck und das Umland, die Friedenseiche und das  Hofgeismarer Land.

irgendwo bei Beberbeck

Als nächstes ging es wieder ein Stück hinunter zur Holzape, die wegen der vielen Regenfälle deutlich mehr Wasser führte als sonst. So kam es, dass auch die kleine Furt die ich queren musste deutlich zu tief für trockene Füße war. Sei es drum, wir Wanderer wissen, was nass wird, wird auch irgendwann wieder trocken.

Kurz nach der Furt tauchte ich in den Wald ein und wanderte am südlichen Rand des Urwalds entlang. Überall hat der Adlerfarn seine Blätter entrollt und bedeckt nun vielerorts den Waldboden mit seinen grünen Wedeln. Dieses Gewächs kann übrigends ein erstaunliches Alter von mehrern hundert Jahren erreichen.

beim Oberen Holzapetal

Am Rand des oberen Holzapetals bog ich dann ab und machte mich auf den Rückweg. Über einen ziemlich zugewachsenen Rückeweg erreichte ich schließlich die Hutealllee, die wieder inab nach Beberbeck führt.

 Alle die den Sommer im Wald ebenfalls genießen wollen, können sich im Mein Reinhardwald Wanderführer  ein paar Inspirationen holen. 

Samstag, 24. Mai 2014

Wanderführer Shop wieder erreichbar

Mein kleiner Internetshop für den Mein-Reinhardswald Wanderführer war wegen technischer Probleme des Providers das Wochenende leider nicht erreichbar.



Das Problem wurde behoben und ihr könnt nun den Shop wieder besuchen.

Mittwoch, 21. Mai 2014

RP stoppt Raumordnungsverfahren

Wie in der Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Kassel vom 21.05.2014 zu entnehmen ist, wurde das Raumordnungsverfahren (ROV) für die geplante Oberweserpipeline nicht eröffnet. K+S hatte im Januar einen entsprechenden Antrag bei der Behörde eingereicht, um den Bau der Pipeline und des Salzspeicherbeckens genehmigt zu bekommen.

Was ein ROV überhaupt ist


In einem Raumordnungsverfahren wird geprüft, wie große Bauprojekte mit den Zielen des Landesbauplans und der Raumordnung vereinbar sind. Dabei wird geprüft, wie verträglich sich ein Großprojekt realisieren lässt und welche Alternativen bestehen. Grundsätzlich werden bei einem Raumordnungsverfahren ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigt, die in ihrer Gewichtung jedoch nicht festgelegt sind. Am Ende soll die 'raumverträglichste' Möglichkeit unter Berücksichtigung aller Aspekte und aller Alternativen gefunden werden. Zwar ist die Feststellung eines ROV rechtlich nicht bindend, doch bildet sie für das folgende Zulassungsverfahren oft die Beurteilungsbasis.

Keine Alternative?


 
Genau an den darzulegenden Alternativen scheint nun die Eröffnung des ROV gescheitert zu sein. So heißt es in der Pressemitteilung des RP:
"Am Ende der Prüfung fehlten dem  RP zu einer Reihe der im Antrag formulierten Angaben die nachvollziehbaren Begründungen. Das Verfahrensrecht verlangt aber für ein ROV den Nachweis, dass und welche Alternativen, Vermeidungsmöglichkeiten und Eingriffsminderungen die Antragstellerin in ihre Pläne einbezogen hat. Unvollständig in diesem Sinne erschienen dem Regierungspräsidium beispielsweise die Angaben zum Speicherbeckenbedarf, zur Menge der Salzabwässer oder zur Herleitung des Endpunktes der Rohrfernleitung."

Wie ich an anderer Stelle in diesem Blog bereits geäußert habe, bleibt die Vermutung, dass es K+S mit echten Alternativen nie wirklich ernst genommen hat. Oder aber diese Alternativen sind eventuell doch gar nicht so 'unmöglich realisierbar' wie der Konzern immer wieder glaubhaft machen will.


Wie geht es weiter?


Als nächstes dürfte K+S den Antrag überarbeiten und die fehlenden Begründungen nachliefern. Im Anschluss wird, sofern die Unterlagen dieses Mal vollständig sind, das ROV eröffnet. Ob das Bundesgutachten bis dahin vorliegt darf bezweifelt werden. So liegt es dann beim RP über den Antrag zu entscheiden und diesen entweder zu genehmigen, ihn mit Auflagen zu versehen oder abzulehnen.

Doch selbst bei einer Ablehnung bleibt K+S immer noch der Weg über ein Zielabweichungsverfahren den Bau genehmigt zu bekommen. Die Natur hat da rechtlich leider weit weniger Möglichkeiten. Und so bleibe ich bei meiner Prognose, dass K+S am Ende auf Kosten unserer Heimat seinem Müll verklappen darf...

Montag, 5. Mai 2014

Bundesgutachten zur K+S Oberweserpipeline?

Es könnte noch einmal ordentlich Bewegung in die Sache um die Oberweserpipeline kommen. Wie hier an früherer Stelle bereits berichtet, ist von Seiten der Landesregierung auch zukünftig nicht zu erwarten, dass diese gegen den Bau der Pipeline nebst Salzwasserspeicher Position beziehen wird.

Nachdem die Pläne für die Trasse seitens K+S bekannt wurden, haben sich nun jedoch lokale Bundes- und Landespolitiker aus Hessen, Niedersachsen und OWL einmal selbst ein Bild von der Lage gemacht. Nicht zuletzt könnten nämlich auch andere Anrainer einer geplanten Nordseepipeline von den Salzabwässern betroffen sein.

unabhängiges Bundesgutachten


In der Folge will sich nun auch das Bundesumweltministerium mit der Sache befassen und in einer unabhängigen Studie prüfen lassen, welche Entsorgungsmethoden möglich sind und welche Kosten diese hätten. Dabei dürfte auch noch einmal die Eindampfung der Abwässer auf den Tisch kommen, was seitens K+S immer als zu kostenintensiv abgetan wurde. Anschließend wird das Bundesministerium eine Empfehlung aussprechen.


Es bleibt natürlich zu hoffen, dass der Bund Naturschutz, Lebensqualität und Erhalt der Region über die rein gewinnorientierten Ziele einer AG stellt. Zwar sind die Länder in der Folge nicht an die Empfehlungen des Bundes gebunden, in den meisten Fällen wird diesen aber gefolgt.

Ehrlich gesagt bin ich aber leider mehr als skeptisch, denn gerade auf Bundesebene ist die Lobby der Wirtschaft sehr groß und eine wirkliche Unabhängigkeit der Politiker manches Mal zu bezweifeln. Dennoch sollten wir mit allen möglichen Mitteln weiter gegen diesen Wahnsinn kämpfen.

Samstag, 26. April 2014

Veranstaltungskalender Mai

Seit eben steht euch der Veranstaltungskalender für Mai auf meiner Webseite zur Verfügung. Wie immer ist wirklich eine Menge Interessantes für jegliche Interessensgebiete dabei.
Also nichts wie hin zum Mein Reinhardswald Veranstaltungskalender

Montag, 14. April 2014

Frühling - ich wandere!

In manchem Jahr lag um diese Zeit noch eine dicke Schneedecke über dem Land, nicht so in diesem. Überall ist der Frühling ausgebrochen. Bunte Blumen strecken sich den ersten wärmenden Sonnenstrahlen entgegen und die Bäume beginnen sich in neues Laub zu kleiden. Ganz klar, dass es mich da des Öfteren in den Reinhardswald zieht.


Sauerklee
Buschwindröschen


Auf einer dieser Wanderungen besuchte ich zuerst die alten Eichen bei und um Beberbeck, die in ihrer Vielzahl und Größe immer wieder imposant und erhaben erscheinen. Im Anschluss stattete ich dem Urwald Sababurg einen kurzen Besuch ab. Leider sind die Spuren des boomenden Massentourismus dort in aller Deutlichkeit erkennbar und die alten Bäume haben einige Schäden davongetragen. Zum Glück hat die Verwaltung reagiert und und den Idioten nunmehr mit Absperrungen Einhalt geboten, damit sie in ihrer Einfalt nicht weiter diese Einmaligkeit zerstören. Manche Menschen scheinen wirklich einfach nur dämlich zu sein und meinen dass sie das Recht haben in einem Naturschutzgebiet tun und lassen zu können was sie wollen.  Tschuldigung aber das musste mal gesagt werden.

Mit etwas Wut über die Trottelbesucher im Urwald wanderte ich weiter zur Tierparkmauer, der ich bis zum Weitwanderweg X6 folgte, der mich dann letztlich zur Sababurg führte. Auf der Mauer genoss ich die Sonne und eine ordentliche Brotzeit, um mich für den Weiterweg zu stärken.

Sababurg

Dieser führte mich zur Sababurger Mühle und über die Große Beckerseite bis oberhalb von Gottsbüren. Ich überlegte kurz der alten Wallfahrtskirche einen Besuch abzustatten, verwarf diese Idee wegen unserer beiden Pelznasen aber wieder, die ich schlecht dort mit hineinnehmen könnte. Also ging ich den geplanten Weg weiter, der mich auf einer Schleife zurück zum Urwald führte. 

oberhalb von Gottsbüren

Am Rand entlang wanderte ich zurück nach Beberbeck und über eine alte Rückegasse durch das zarte Frühlingsgrün bis kurz vor Hombressen. Von dort war es dann nur noch eine halbe Stunde zurück zum Auto, welches uns nach gut 4 Stunden Wanderung erwartete. 

 Alle die den Frühling im Wald ebenfalls genießen wollen, können sich im Mein Reinhardwald Wanderführer  ein paar Inspirationen holen. 


Sonntag, 30. März 2014

Lyrik

Weisst du, dass die Bäume reden?

Weißt du, dass die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander,
und sie sprechen zu dir,
wenn du zuhörst.
Aber die weissen Menschen
hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören,
und ich fürchte,
sie werden auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.
Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Grossen Geist.

- Tatanga Mani, Indianerhäupling -

Samstag, 29. März 2014

Veranstaltungskalender April

Seit eben steht euch der Veranstaltungskalender für April auf meiner Webseite zur Verfügung. Wie immer ist wirklich eine Menge Interessantes für jegliche Interessensgebiete dabei.
Also nichts wie hin zum Mein Reinhardswald Veranstaltungskalender

Freitag, 21. März 2014

Aktionsbündnis wird nun e.V.

Das Aktionsbündnis Salzfreies Märchenland ist nun ein eingetragener Verein. Jedem Bürger lege ich nahe Mitglied bei dieser Organisation zu werden, die schwerpunktmäßig gegen den von K+S geplanten Bau der Oberweserpipeline ist. Für einen Beitrag von gerade einmal 1,- /Monat kann jeder diese Arbeit unterstützen, oder natürlich auch selber aktiv werden. Je mehr Menschen sich anschließen, umso eher besteht die Chance, dieses doch sehr zweifelhafte Projekt noch stoppen zu könnnen.

Link: Aktionsbündnis-salzfreies-Märchenland-e-V

Die Anträge liegen dort als Download vor. 

Mittwoch, 12. März 2014

20 Kilometer Sonne

Mit unseren beiden Pelznasen machte ich mich heute bei herrlichstem Wetter früh morgends auf in den Reinhardswald. Der Morgennebel lag noch in den Tälern und als die ersten Sonnenstrahlen durchbrachen, zeigte sich die alten Baumriesen in wunderschönen Licht und Schatttenspielen.

guten Morgen

Auf größtenteils unmarkierten Forstwegen und Waldpfaden führte mich mein Weg heute vom Moosgrund oberhalb von Beberbeck entlang, bis zum Rand des Urwald Sababurg und von dort in einem Bogen bis kurz vor Hombessen.

Eichen

Gerade in und um Beberbeck stehen unwahrscheinlich viele alte und eindrucksvolle Eichen, teilweise so gewaltig, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Zwischenzeitlich folgte ich auch dem Lauf der Holzape, die in ihrem malerischen Bachbett dahinplätschert.

Erstaunlich was ein paar warme Tage im März bewirken. Überall beginnen die Frühlingsblumen zu blühen, Gräser wachen und die ersten Laubknospen stehen kurz davor sich zu öffnen. Die frische Morgenluft, die von den ersten Sonnenstrahlen erwärmt wird trägt einen Duft von Frühling und überall in den Bäumen und Büschen zwitschern unsere gefiederten Freunde ihre Lieder.

Waldveilchen

Oberhalb von Hombressen, mit einem schönen Blick auf die Freidenseiche, machte ich noch eine gemütliche Pause, ee ich mich dann wieder auf den Rückweg zum Moosgrund begab. Einen kleinen Abstecher zu den Beberbecker Fischteichen lies ich mir nicht nehmen und nach etwa 20 Kilometern, oder gut 4 Stunden Sonne erreichte ich letztlich wieder das Auto.

Fischteiche

Natürlich findet ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer  auch einen Wandervorschlage für Beberbeck.

Dienstag, 25. Februar 2014

Calden verramscht das letzte Hemd

Nicht einmal ein Jahr nach Öffnung des Regionalvorzeigeflughafens muss die Gemeinde Calden nun das letzte Tafelsilber verramschen, um den endgültigen finanziellen Kollaps noch ein wenig aufschieben zu können. Nach offiziellen Äußerungen hat das natürlich ganz andere Ursachen, nämlich Abschreibungen und Zinsen, die seit 6 Jahren im Haushalt ausgewiesen werden müssten. Welche Dinge genau abgeschrieben werden und wofür Zinsen fällig werden wurde in der Presse bislang nicht offengelegt. Ich werde beim BGM mal nachfragen vermute aber, dass es etwas mit der Absichtserklärung des Landes Hessen, der Stadt Kassel und der Gemeinde Calden als Gesellschafter der Flughafen GmbH Kassel zu deren künftigen Finanzierung vom 28.04.2004 zu tun haben könnte...

Calden startet in die Zukunft

Aktuell weist die Gemeinde laut HNA einen Schuldenstand von 1,2 Mio Euro auf. Dieser soll bis zum Jahr 2020 abgebaut sein, dem Jahr in welchen die Hessische Schuldenbremse in Kraft treten wird. Allein die Baukosten von über 270 Millionen Euro schlagen für Calden dabei mit 6%, also mit 16 Millionen zu Buche. Werden diese abgestottert, wovon ich ausgehe, macht das bei einem Schuldzins von lächerlichen 2% etwa 320.000 Zinsen im ersten Jahr. Dazu kommen dann noch die 6% Anteile am Betriebsverlust, der zwar noch nicht genau bilanziert ist, jedoch mit nochmal um die 500.000 zu Buche stehen dürfte. Macht zusammen 820.000 €. Bislang stehen demgegenüber keine Mehreinnahmen durch die versprochenen neuen Gewerbebetriebe. Herr Dinges, angeblich sind doch fast alle Flächen verkauft? Was ist da los? Warum fließen keine neuen Steuern?



Der größte Schuldenmacher muss nicht sparen


Bei solchen Zahlen ist es nur logisch, wenn man auf die Kostenbremse tritt, das verstehen schon Grundschüler. Da in der Gemeinde echte Rechengenies sitzen, wird nun also konsequent der Rotstift herausgeholt und gestrichen was das Zeug hält. Es sollen ALLE Dorfgemeinschaftshäuser, ALLE Sportanlagen in den Ortsteilen und das Freibad abgegeben und, falls sich keine Käufer oder Träger finden, ganz geschlossen werden. Außerdem wird die politische Mitbestimmung gekürzt, da Ortsbeiräte gestrichen oder zusammengelegt werden. Im Rathaus selbst dagegen scheinen keinerlei Kürzungen vorgesehen.

Beim Millionengrab Flughafen sind natürlich ebenfalls keine Kürzungen in Planung, obwohl Frau Muller Mitte Februar vor dem Haupt- und Finanzausschuss des Kreistages wieder einmal nur mit Ausflüchten und Unverbindlichkeiten glänzte und das ja Schuld nur die blöden Passagiere sind, die einfach nicht zu den 2 supertollen Reisezielen fliegen wollen die im Angebot sind, ähh ich meine, die im letzten Sommer im Angebot waren. Keine konkreten Flugzahlen für den Sommer, kein Ausblick mit belegbaren Fakten, alles wie gewohnt ein Brei aus 'es wird am Ende alles gut' und 'wir brauchen einfach mehr Zeit'. Schade dass dabei sprichwörtlich Zeit (verbranntes) Geld ist, was nun von den Bürgern eingefordert wird für ein Projekt welches andere gegen ihren Willen durchgeprügelt haben. Danke dafür liebe Politiker.

Die Folgen


So ein Flughafen ist selbstverständlich wichtiger als soziale Dinge, wie etwa olle Sportvereine auf dem Dorf. Offenbar wissen die Sesselwarmhalter in Calden nicht, was die örtlichen Sportvereine an sozialer, ehrenamtlicher Arbeit leisten. Die Vereine werden sicherlich keine Sportanlage alleine finanzieren können und es würde mich nicht wundern, wenn kleine Vereine ganz aufgeben müssen. Bleibt zu hoffen dass die Jugendlichen sich bei den Verantwortlichen vor den Häusern treffen, um dort zu saufen und zu randalieren, weil sie auf dem Dorf dann gar keine Alternativen mehr haben.

In Calden läuft's rund
 
Kleine Gemeinden werden durch dieses Einschnitte in Kombination mit den geplanten Erhöhungen von Grundsteuer, Kindergartengebühr, Abwasser etc. auch nicht gerade interessanter für neue Bewohner, vor allem wenn man noch einen lärmversprechenden Flughafen vor der Tür hat. Es wird ein Teufelskreislauf in Gang gebracht, der wohl nicht mehr zu stoppen sein wird, denn alle sinnvollen Infrastrukturprojekte, wie Breitband-Internet und zwei Nahwärmeprojekte wurden blockiert, was die Attraktivität für Zuzüge zumindest etwas gesteigert hätte. Daher steht Calden nicht gerade gut da, wenn es um die Zukunftsfähigkeit und die Lebensqualität für die Bürger geht. Aber ich denke dass die Menschen gern bereit sind auf Sportvereine und Schwimmbad zu verzichten, wenn sie dafür nach wie vor einen tollen Flughafen vor der Tür behalten dürfen, von dem aus sie nach Malle zum Komasaufen fliegen können. Das zumindest scheinen die Rathausvertreter zu glauben, anders sind die Entscheidungen der letzten Jahre nicht zu erklären.

Und so fährt die Gemeinde Calden weiter Vollgas mit blindem Kapitän in die Zukunft. Eisberg voraus Herr Dinges!

Freitag, 14. Februar 2014

Wanderung um den Mühlenberg

Die Sonne begab sich eben über den Horizont, da waren wir bereits auf dem Weg zur Sandbornwiese. Im leichten Frühnebel brachen die Sonnenstrahlen durch Tannen und unbelaubte Buchen und begrüßten den morgendlichen Wald in immer neuen Lichtspielen.

Auf dem Weg zur Sandbornwiese

Die Sandbornwiese zählt zu meinen absoluten Lieblingsplätzen. Für mich hat diser Ort etwas magisches und anziehendes und immer wenn ich dort als Besucher vorbeikomme, fühle ich mich willkommen und irgendwie zu Hause, egal ob am Morgen, tagsüber oder als Gast zur Nacht. Nicht zuletzt deswegen ist die Sandbornwiese immer wieder ein Etappenziel meiner Wanderungen im Reinhardswald.

Sandbornwiese

Wer glaubt, im späten Winter ist der Wald außer den Fichten nur öd und braun, der liegt völlig falsch. Natürlich zeigen sich die Laubbäume derzeit nicht gerade in ihrer schönsten Pracht, aber wenn wir den Blick auf ihre kleinen Nachbarn lenken, dann sehen wir überall grüne und bunte Flecken.

Moosblüte

Von der Sandbornwiese führte der Weg dann weiter ein Stück Richtung Veckerhagen hinunter, bevor ich links abbog um relativ eben einmal um den Mühlenberg herumzulaufen. Da der Weg auf den aktuellen Karten nicht verzeichnet ist, braucht es ein wenig Ortskenntnis oder den Willen auch mal ein Stück querwaldein zu laufen. Nach der halben Runde bieten sich noch ein paar schöne Ausblicke auf die gegenüberliegende Weserseite und die Ortschaft im Tal, ehe der Weg kurze Zeit später auf den Uwe Mensdorf Weg stößt. Der Weg, der das letzte Stück zur Sandbornwiese zurück führt, ist nach dem Oktober 2001 mit über 50 Messerstcihen brutal ermordeten Jägers Uwe Mensdorf benannt. An seinem Denkmal stehen immer ein paar Blumen oder ein Gesteck und ich kann immer wieder nur den Kopf schütteln, zu welchen Untaten die Menschen doch fähig sind.

Eichenwald

Kurze Zeit später erreichte ich wieder die Sandbornwiese und begab mich dann auf dem markierten Rundweg Nr.8 zurück zu Schneiders Baum. Das Wetter war traumhaft, die Luft klar und ein Hauch von Frühling lies die gefiederten Freunde ihre ersten Liedchen trällern.

Natürlich findet ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer  auch Wandervorschläge für die Sandbornwiese. 


Dienstag, 4. Februar 2014

10573 leere Flugzeuge in Calden

Das Geschäftsjahr 2013 ist auch am Caldener Flughafen abgeschlossen und die endgültigen Zahlen zu Flügen und Passagieren sind auf der offiziellen Flughafenseite einsehbar.

Demnach gab es in 2013 21.890 Flugbewegungen. Eine Flugbewegung ist entweder ein Start oder eine Landung. Da sich Starts und Landungen die Waage halten müssen, gab es also 10.945 Starts und ebenso viele Landungen. Das sieht nach einer respektablen Zahl aus, sind das immerhin 60 Flugbewegungen am Tag.
Betrachten man dabei jedoch die Anzahl der Passagiere, so relativiert sich das Bild. Mit 46.557 Fluggästen erreicht Calden einen Schnitt von 2,13 Passagieren pro Flugbewegung.

2,13 Passagiere sitzen im Schnitt in einem Flugzeug


Im Lauf des Jahres hatten die drei Geschäftsführer des Flughafens immer wieder ausflüchtend gegen negative Vermutungen argumentiert und die Zahlen schöngeredet. Der traurige Höhepunkt dürfte die Verkündung der Passagierzahlen von Thomas Schäfer (Aufsichtsratsvorsitzender und hess. Finanzminister zu der Zeit) am 09. Oktober gewesen sein,  der sagte, „dass bereits über 30.000 zufriedene Flugpassagiere in klassische Urlaubsregionen wie Mallorca, Dalmatien und die Türkei geflogen sind“. Insgesamt waren zu dieser Zeit aber lediglich 37.537 Passagiere geflogen, bei gleichzeitig 18.410 Flugbewegungen.
 
 
Gehen wir einmal davon aus, dass ein Urlaubsflieger mit ungefähr 100 Passagieren besetzt ist (wobei es bei der offiziellen Flugast- und Flugbewegungszählung egal ist, ob sie in Calden oder bereits vorher eingestiegen sind), so benötigen wir für 30.000 Passagiere einfach zu errechnende 300 Flugbewegungen.
 

wenn Schäfer die Wahrheit sagt, sind 10.573 Flugzeuge leer gewesen

 
Das hieße, dass für die verbleibenden 7.537 Passagiere noch 18.110  Flugbewegungen stattgefunden haben, bzw. dass mindestens 10.573 Flugzeuge leer waren. Der Fairness halber wollen wir nicht verschweigen, dass es auch Wartungs- und Übungsflüge der flughafenansässigen Firmen gibt, die natürlich ohne Passagiere ablaufen. Andererseits sitzen in den kleinen Maschinen für die Fallschirmspringer im Durchschnitt mehr als die im Schnitt benötigten 4,26 Passagiere (starten nur, landen ja nicht) und von denen fliegen übers Jahr eine ganze Menge.
Insgesamt scheint also die Aussage von Herrn Schäfer, der über die tatsächlichen Zahlen als Aufsichtsrat natürlich informiert war, vorsätzlich nicht in Ordnung gewesen zu sein.
 

561.000 Passagiere in 2015

 
Die tatsächlichen Statistiken dazu bleiben (wohlwissend) für die Allgemeinheit unter Verschluss. Trotz der desolatesten Zahlen wird an der Prognose für 2015 jedoch weiterhin festgehalten, zumindest habe ich noch keine anderweitige Äußerung mitbekommen. Dabei dürfte diese Zahl von Beginn an wohl eher eine rein willkürliche gewesen sein, die nur benötigt wurde, um den Flughafen für die Baugenehmigung rentabel zu rechnen. 2014 jedenfalls hat bislang keine großartigen Meldungen über Verbesserungen gegenüber 2013 hervorgebracht und die Ferienbuchungen der Urlauber für den Sommer dürften bereits weitestgehend abgeschlossen sein. Von einer Verzwölffachung der Passagierzahlen in 2 Jahren sind wir also noch ein klitzekleinwenig entfernt. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt, wie dieses Ziel erreicht werden will.
 
Der nächste Hammer dürfte dann bald kommen, wenn die Bilanz des Flughafens öffentlich wird, dann werden wir sehen, wie viel die Aussagen der teuer bezahlten Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und Experten zu diesem Thema wert waren...
 

Sonntag, 2. Februar 2014

Wanderung am Molkenkopf

So ein Wetter wie am heutigen Sonntag darf man sich in einem trüben Winter nicht entgehen lassen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es mit den Hunden und Kindern auf in den Reinhardswald.
 
Lempetal
 
Von Hombressen aus wanderten wir zunächst ein Stück weit das Lempetal hinauf, welches mit seiner wunderschönen Bachlandschaft verzaubert. Ein Stück vor dem Mühlstädter Teich bogen wir vom Hauptweg ab und traten nach einem weiteren Abstecher in die weite Feldflur ein, an deren rand ein paar imposante Bäume stehen.

am Molkenkopf
 
Ein Picknick hatten wir selbstverständlich auch dabei und so konnten wir uns von der durchaus wärmenden Sonne bescheinen lassen, während wir Bananen, Muffins und Schokolade verputzt haben.
In einem weiten Bogen, bis fast in Sichtweite zu Beberbeck, ging es dann am Molkenkopf entlang wieder zurück nach Hombressen. Mit etwas mehr Zeit und vor allem etwas mehr Lauffreude der Kinderchen hätten wir den Abstecher nach Beberbeck auf jeden Fall noch unternommen. Alles in allem war unser Spaziergang mit knapp 1,5 Stunden sehr gemütlich.
 
Anregungen zu einer lempetalwanderung und viele andere Touren findet ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Veranstaltungskalender Februar

Seit eben steht euch der Veranstaltungskalender für Februarauf meiner Webseite zur Verfügung. Wie immer ist wirklich eine Menge Interessantes für jegliche Interessensgebiete dabei.
Also nichts wie hin zum Mein Reinhardswald Veranstaltungskalender

Mittwoch, 22. Januar 2014

Pipeline und Salzsee plötzlich alternativlos?

Die Tinte unter dem Koalitionsvertrag ist noch nicht ganz trocken, da wird dem Bürger bereits eine Sauerei nach der nächsten aufgetischt. Waren vor der Wahl noch alle Alternativen in Sachen Umweltschutz zumindest im Gespräch, so geht es nun Schlag auf Schlag mit der Vernichtung unserer einmaligen Natur voran, sei es durch Windräder im Wald, oder Abwässer, Pipeline und Salzsee.

Eine Koalition der Lobby


Bereits Mitte Dezember hatte ich geschrieben, dass die neue Landesregierung die Abwasserpipeline in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat (siehe hier). Wie befürchtet sind damit nun alle alternativen Entsorgungsmethoden mit Totschlagsargumenten auf einmal vom Tisch. Angeblich zu teuer, nicht realisierbar etc. Der runde Tisch entpuppt sich dabei wie beschrieben immer mehr als reines K+S Legitimationsinstrument für den Bau der Leitung und des Salzsees, ohne die Alternativen bei der Empfehlung jemals ernsthaft in Betracht gezogen zu haben, trotz der Gegenstimmen der zahlenmäßig natürlich weit unterlegenen Anrainervertreter. Die Landesregierung folgt dieser Lobby und wird weiter abnicken, was nötig ist um den Bau voranzutreiben. Anders lautende Äußerungen waren also nichts als leeres Geschwätz, um die Bürger zu beruhigen, dass man alles versuche um Natur und Lebensqualität zu schonen. Ein beeindruckendes Kapitel von lobbygesteuerter Politik.

By Luca Galuzzi  [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Seltsamerweise ist nun auch, wo im Koalitionsvertrag die 'Empfehlung' des Runden Tischs quasi als Blankoschein aufgenommen wurde, direkt im Anschluss der Antrag für das Abwasserprojekt beim Regierungspräsidium eingegangen. So ein Zufall aber auch, dass der schon fertig in der Schublade lag, wo doch noch gestern alle Alternativen für K+S angeblich offen waren. Von diesen alternativen Möglichkeiten wurde nun seitens K+S zudem öffentlich eine komplette Abkehr kundgetan (siehe Presseerklärung vom 21.1.14) und auch die Nordseepipeline liegt jetzt irgenwo in der Akte 'Bürgerverdummung/Pausencomedy. Was von dem 'unabhängigen' K+S-Gutachten über die Kosten einer alternativen Entsorung zu halten ist, kann ich ohne Vorlage dieses nicht beurteilen, doch sind Gutachten leider allzu häufig im Sinne ihrer Auftraggeber, die ja gleichzeitig auch die Geldgeber sind. Ob K+S dieses Gutachten öffentlich zugänglich macht, bleibt abzuwarten, ich denke aufgrund meiner geäußerten Vermutungen wird es eher unter Verschluss bleiben. Denn allein das Datum, wann dieses erstellt worden ist (ob vor oder nach der Koalitionsvereinbarung mit der Pipeline) könnte hochinteressant sein.

Zwar hat der Kasseler Landrat jüngst seinen politischen Widerstand angekündigt und auch die Bürgerinitiativen werden weiter kämpfen, doch sehe ich die Chancen gegen überregionalen politischen Starrsinn und finanziell bestens ausgestattete Lobby bestehen zu können, immer weiter schwinden. Trotzdem werden wir nicht aufhören gegen diesen Wahnsinn zu protestieren. Dabei zählt jede Unterstützung - auch deine!

Freitag, 17. Januar 2014

Windradgiganten auf dem Vormarsch

Die Pläne werden konkreter.


Seitens der Politik wurde ja zuletzt tiefgestapelt, was den Bau der 200  Meter hohen Windräder im Reinhardswald betrifft. Wie üblich kommen nun scheibchenweise neue Informationen an die Öffentlichkeit, mit denen die Menschen der Region nach und nach die Unumgänglichkeit dieses Wahnsinns gewöhnt werden sollen und die zeigen, dass im Kämmerlein die ganze Zeit an der Vorantreibung des Projektes gearbeitet wurde.

Im Sommer wird es dann zur entscheidenden Runde der Regionalversammlung kommen, bei der über den Teilregionalplan zur Windenergiegewinnung entschieden wird.
Leider ist dabei, ähnlich wie im Fall K+S, nicht mit einem weitsichtigen Urteil unserer Politiker zu rechnen, da kurzfristige Interessen und der eigene politische Machterhalt wichtiger erscheinen, als zukunftssicherndes Denken. Selbst ein Apell von verschiedenen Organisationen an die Politiker (hier ein externer Download des Aufrufs von der Seite Bürgerinitiative Pro Reinhardswald) wird es leider wohl nicht schaffen, die Entscheidungsträger umzustimmen, denn was zählt schon der schnöde Bürgerwille...

Alles öko (Strom) oder was?


Von den Nachteilen für die Natur und das Ökosystem Wald wollen wir gar nicht erst reden, wenn hunderte Tonnen Beton auf extrabreiten Schneisen in den Wald gekarrt wird, der dort dann auf Jahrhunderte im Boden versenkt wird. Außerdem braucht man noch Stromtrassen, Trafostationen etc. Für einen Trinkwasserspeicher wie den Reinhardswald dürften auch die zum Bau und Betrieb benötigten Kraft- und Schmierstoffe nicht gänzlich ohne Gefahr sein, schließlich reicht bereits 1 Tropfen Öl aus um, um mehrere hundert Liter Trinkwasser ungenießbar zu machen. Wenn da mal ein paar Liter daneben gehen....
Die Fauna dürfte ebenso durch Lärm und Schattenwurf nicht unerheblich beeinträchtigt werden, doch gelten für Tiere natürlich keine Mindestabstände wie für die lärm- und schattengeplagten Menschen.
Besonders schön stellt sich für mich das Szenario dar, wenn, wie keinesfalls unüblich, so ein riesiger Blitzableiter im Sommer mal in Flammen aufgeht und er zufällig in einem sommertrockenen Wald steht. Zynisch gedacht ist dann wenigstens danach ordentlich Platz für einen ganzen Windpark...

Reinhardswald 2.0
Doch nicht nur aus Sicht des Naturschutzes , sondern selbst wirtschaftlich ist es reiner Suizid, wenn man die Einmaligkeit einer ganzen Landschaft opfert, um einigen windigen, nicht mal ortsansässigen Windmüllern die Taschen zu füllen, während eine ganze Region unter ausbleibenden Touristen und Naherholern zu leiden hat. Ja, das Gschmäckle ist wieder da....

Wanderung bei Beberbeck


Wenn der Wetterbericht nicht gerade Unwetter ankündigt und ich Zeit habe, dann gibt es nur eins - ab in den Reinhardswald. Eine wunderschöne Ecke ist Beberbeck. Nicht nur, weil es dort die Staatsdomäne mit der klassizistischen Schlossanlage zu besichtigen gibt, sondern auch, weil es einige schöne Wanderwege gibt.

Blick in Richtung Beberbeck

Natürlich kann man, wenn man sich nur das Schloss und die Hofanlagen ansehen will mit dem PKW bis quasi vor die Tür fahren, genussvoller ist jedoch eine schöne Wanderung dorthin. 
Mein Startpunkt ist der Parkplatz Mossgrund gewesen, von wo aus ich an den Rand der grßen Rodung Beberbeck gelaufen bin. Dort hat man einen wundervollen Rundblick über Beberbeck und den dahinter liegenden Wald. Auch ohne markierten Wanderweg ist ein Verlaufen nicht möglich, da das Ziel immer zu sehen ist. In Beberbeck habe ich mir mal wieder die Reste des hemaligen Preussischen Gestüts und das Schloss angesehen, ehe ich hinauf zum Wald gewandert bin.

Beberbeck Oberhof
 Für einen weiteren Abstecher bis hin zum Urwald Sababurg oder der Holzape fehlte mir leider die Zeit und so ging es zunächst auf der von Eichen gesäumten Fahrstraße hinauf zum Waldrand. Direkt unterhalb der Scheunenanlagen findet sich noch ein beeindruckender Baum, der zurecht als Naturdenkmal betitelt ist. Selbst ohne seine belaubte Krone macht der einen imposanten Eindruck, der einen innehalten und über die eigene Belanglosigkeit nachdenken lässt.


Eichenallee                          Naturdenkmal                     Wolkenspiel

In einem weiten Bogen führte der Rückweg an vielen alten Eichen vorbei bis zum Niemebach, dem ich ein gutes Stück folgte. Auf dem letzten Stück machte ich noch einen Abstecher zum Selzerteich, der unweit des Startpunktes Mossgrund gelegen ist.

Für Freunde alter Eichen und schöner historischer Gebäude ist Beberbeck auf jeden Fall einen Besuch wert. Anreguungen zu einer Beberbeckwanderung und viele andere Touren findet ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer.