Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Dienstag, 25. Februar 2014

Calden verramscht das letzte Hemd

Nicht einmal ein Jahr nach Öffnung des Regionalvorzeigeflughafens muss die Gemeinde Calden nun das letzte Tafelsilber verramschen, um den endgültigen finanziellen Kollaps noch ein wenig aufschieben zu können. Nach offiziellen Äußerungen hat das natürlich ganz andere Ursachen, nämlich Abschreibungen und Zinsen, die seit 6 Jahren im Haushalt ausgewiesen werden müssten. Welche Dinge genau abgeschrieben werden und wofür Zinsen fällig werden wurde in der Presse bislang nicht offengelegt. Ich werde beim BGM mal nachfragen vermute aber, dass es etwas mit der Absichtserklärung des Landes Hessen, der Stadt Kassel und der Gemeinde Calden als Gesellschafter der Flughafen GmbH Kassel zu deren künftigen Finanzierung vom 28.04.2004 zu tun haben könnte...

Calden startet in die Zukunft

Aktuell weist die Gemeinde laut HNA einen Schuldenstand von 1,2 Mio Euro auf. Dieser soll bis zum Jahr 2020 abgebaut sein, dem Jahr in welchen die Hessische Schuldenbremse in Kraft treten wird. Allein die Baukosten von über 270 Millionen Euro schlagen für Calden dabei mit 6%, also mit 16 Millionen zu Buche. Werden diese abgestottert, wovon ich ausgehe, macht das bei einem Schuldzins von lächerlichen 2% etwa 320.000 Zinsen im ersten Jahr. Dazu kommen dann noch die 6% Anteile am Betriebsverlust, der zwar noch nicht genau bilanziert ist, jedoch mit nochmal um die 500.000 zu Buche stehen dürfte. Macht zusammen 820.000 €. Bislang stehen demgegenüber keine Mehreinnahmen durch die versprochenen neuen Gewerbebetriebe. Herr Dinges, angeblich sind doch fast alle Flächen verkauft? Was ist da los? Warum fließen keine neuen Steuern?



Der größte Schuldenmacher muss nicht sparen


Bei solchen Zahlen ist es nur logisch, wenn man auf die Kostenbremse tritt, das verstehen schon Grundschüler. Da in der Gemeinde echte Rechengenies sitzen, wird nun also konsequent der Rotstift herausgeholt und gestrichen was das Zeug hält. Es sollen ALLE Dorfgemeinschaftshäuser, ALLE Sportanlagen in den Ortsteilen und das Freibad abgegeben und, falls sich keine Käufer oder Träger finden, ganz geschlossen werden. Außerdem wird die politische Mitbestimmung gekürzt, da Ortsbeiräte gestrichen oder zusammengelegt werden. Im Rathaus selbst dagegen scheinen keinerlei Kürzungen vorgesehen.

Beim Millionengrab Flughafen sind natürlich ebenfalls keine Kürzungen in Planung, obwohl Frau Muller Mitte Februar vor dem Haupt- und Finanzausschuss des Kreistages wieder einmal nur mit Ausflüchten und Unverbindlichkeiten glänzte und das ja Schuld nur die blöden Passagiere sind, die einfach nicht zu den 2 supertollen Reisezielen fliegen wollen die im Angebot sind, ähh ich meine, die im letzten Sommer im Angebot waren. Keine konkreten Flugzahlen für den Sommer, kein Ausblick mit belegbaren Fakten, alles wie gewohnt ein Brei aus 'es wird am Ende alles gut' und 'wir brauchen einfach mehr Zeit'. Schade dass dabei sprichwörtlich Zeit (verbranntes) Geld ist, was nun von den Bürgern eingefordert wird für ein Projekt welches andere gegen ihren Willen durchgeprügelt haben. Danke dafür liebe Politiker.

Die Folgen


So ein Flughafen ist selbstverständlich wichtiger als soziale Dinge, wie etwa olle Sportvereine auf dem Dorf. Offenbar wissen die Sesselwarmhalter in Calden nicht, was die örtlichen Sportvereine an sozialer, ehrenamtlicher Arbeit leisten. Die Vereine werden sicherlich keine Sportanlage alleine finanzieren können und es würde mich nicht wundern, wenn kleine Vereine ganz aufgeben müssen. Bleibt zu hoffen dass die Jugendlichen sich bei den Verantwortlichen vor den Häusern treffen, um dort zu saufen und zu randalieren, weil sie auf dem Dorf dann gar keine Alternativen mehr haben.

In Calden läuft's rund
 
Kleine Gemeinden werden durch dieses Einschnitte in Kombination mit den geplanten Erhöhungen von Grundsteuer, Kindergartengebühr, Abwasser etc. auch nicht gerade interessanter für neue Bewohner, vor allem wenn man noch einen lärmversprechenden Flughafen vor der Tür hat. Es wird ein Teufelskreislauf in Gang gebracht, der wohl nicht mehr zu stoppen sein wird, denn alle sinnvollen Infrastrukturprojekte, wie Breitband-Internet und zwei Nahwärmeprojekte wurden blockiert, was die Attraktivität für Zuzüge zumindest etwas gesteigert hätte. Daher steht Calden nicht gerade gut da, wenn es um die Zukunftsfähigkeit und die Lebensqualität für die Bürger geht. Aber ich denke dass die Menschen gern bereit sind auf Sportvereine und Schwimmbad zu verzichten, wenn sie dafür nach wie vor einen tollen Flughafen vor der Tür behalten dürfen, von dem aus sie nach Malle zum Komasaufen fliegen können. Das zumindest scheinen die Rathausvertreter zu glauben, anders sind die Entscheidungen der letzten Jahre nicht zu erklären.

Und so fährt die Gemeinde Calden weiter Vollgas mit blindem Kapitän in die Zukunft. Eisberg voraus Herr Dinges!

Freitag, 14. Februar 2014

Wanderung um den Mühlenberg

Die Sonne begab sich eben über den Horizont, da waren wir bereits auf dem Weg zur Sandbornwiese. Im leichten Frühnebel brachen die Sonnenstrahlen durch Tannen und unbelaubte Buchen und begrüßten den morgendlichen Wald in immer neuen Lichtspielen.

Auf dem Weg zur Sandbornwiese

Die Sandbornwiese zählt zu meinen absoluten Lieblingsplätzen. Für mich hat diser Ort etwas magisches und anziehendes und immer wenn ich dort als Besucher vorbeikomme, fühle ich mich willkommen und irgendwie zu Hause, egal ob am Morgen, tagsüber oder als Gast zur Nacht. Nicht zuletzt deswegen ist die Sandbornwiese immer wieder ein Etappenziel meiner Wanderungen im Reinhardswald.

Sandbornwiese

Wer glaubt, im späten Winter ist der Wald außer den Fichten nur öd und braun, der liegt völlig falsch. Natürlich zeigen sich die Laubbäume derzeit nicht gerade in ihrer schönsten Pracht, aber wenn wir den Blick auf ihre kleinen Nachbarn lenken, dann sehen wir überall grüne und bunte Flecken.

Moosblüte

Von der Sandbornwiese führte der Weg dann weiter ein Stück Richtung Veckerhagen hinunter, bevor ich links abbog um relativ eben einmal um den Mühlenberg herumzulaufen. Da der Weg auf den aktuellen Karten nicht verzeichnet ist, braucht es ein wenig Ortskenntnis oder den Willen auch mal ein Stück querwaldein zu laufen. Nach der halben Runde bieten sich noch ein paar schöne Ausblicke auf die gegenüberliegende Weserseite und die Ortschaft im Tal, ehe der Weg kurze Zeit später auf den Uwe Mensdorf Weg stößt. Der Weg, der das letzte Stück zur Sandbornwiese zurück führt, ist nach dem Oktober 2001 mit über 50 Messerstcihen brutal ermordeten Jägers Uwe Mensdorf benannt. An seinem Denkmal stehen immer ein paar Blumen oder ein Gesteck und ich kann immer wieder nur den Kopf schütteln, zu welchen Untaten die Menschen doch fähig sind.

Eichenwald

Kurze Zeit später erreichte ich wieder die Sandbornwiese und begab mich dann auf dem markierten Rundweg Nr.8 zurück zu Schneiders Baum. Das Wetter war traumhaft, die Luft klar und ein Hauch von Frühling lies die gefiederten Freunde ihre ersten Liedchen trällern.

Natürlich findet ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer  auch Wandervorschläge für die Sandbornwiese. 


Dienstag, 4. Februar 2014

10573 leere Flugzeuge in Calden

Das Geschäftsjahr 2013 ist auch am Caldener Flughafen abgeschlossen und die endgültigen Zahlen zu Flügen und Passagieren sind auf der offiziellen Flughafenseite einsehbar.

Demnach gab es in 2013 21.890 Flugbewegungen. Eine Flugbewegung ist entweder ein Start oder eine Landung. Da sich Starts und Landungen die Waage halten müssen, gab es also 10.945 Starts und ebenso viele Landungen. Das sieht nach einer respektablen Zahl aus, sind das immerhin 60 Flugbewegungen am Tag.
Betrachten man dabei jedoch die Anzahl der Passagiere, so relativiert sich das Bild. Mit 46.557 Fluggästen erreicht Calden einen Schnitt von 2,13 Passagieren pro Flugbewegung.

2,13 Passagiere sitzen im Schnitt in einem Flugzeug


Im Lauf des Jahres hatten die drei Geschäftsführer des Flughafens immer wieder ausflüchtend gegen negative Vermutungen argumentiert und die Zahlen schöngeredet. Der traurige Höhepunkt dürfte die Verkündung der Passagierzahlen von Thomas Schäfer (Aufsichtsratsvorsitzender und hess. Finanzminister zu der Zeit) am 09. Oktober gewesen sein,  der sagte, „dass bereits über 30.000 zufriedene Flugpassagiere in klassische Urlaubsregionen wie Mallorca, Dalmatien und die Türkei geflogen sind“. Insgesamt waren zu dieser Zeit aber lediglich 37.537 Passagiere geflogen, bei gleichzeitig 18.410 Flugbewegungen.
 
 
Gehen wir einmal davon aus, dass ein Urlaubsflieger mit ungefähr 100 Passagieren besetzt ist (wobei es bei der offiziellen Flugast- und Flugbewegungszählung egal ist, ob sie in Calden oder bereits vorher eingestiegen sind), so benötigen wir für 30.000 Passagiere einfach zu errechnende 300 Flugbewegungen.
 

wenn Schäfer die Wahrheit sagt, sind 10.573 Flugzeuge leer gewesen

 
Das hieße, dass für die verbleibenden 7.537 Passagiere noch 18.110  Flugbewegungen stattgefunden haben, bzw. dass mindestens 10.573 Flugzeuge leer waren. Der Fairness halber wollen wir nicht verschweigen, dass es auch Wartungs- und Übungsflüge der flughafenansässigen Firmen gibt, die natürlich ohne Passagiere ablaufen. Andererseits sitzen in den kleinen Maschinen für die Fallschirmspringer im Durchschnitt mehr als die im Schnitt benötigten 4,26 Passagiere (starten nur, landen ja nicht) und von denen fliegen übers Jahr eine ganze Menge.
Insgesamt scheint also die Aussage von Herrn Schäfer, der über die tatsächlichen Zahlen als Aufsichtsrat natürlich informiert war, vorsätzlich nicht in Ordnung gewesen zu sein.
 

561.000 Passagiere in 2015

 
Die tatsächlichen Statistiken dazu bleiben (wohlwissend) für die Allgemeinheit unter Verschluss. Trotz der desolatesten Zahlen wird an der Prognose für 2015 jedoch weiterhin festgehalten, zumindest habe ich noch keine anderweitige Äußerung mitbekommen. Dabei dürfte diese Zahl von Beginn an wohl eher eine rein willkürliche gewesen sein, die nur benötigt wurde, um den Flughafen für die Baugenehmigung rentabel zu rechnen. 2014 jedenfalls hat bislang keine großartigen Meldungen über Verbesserungen gegenüber 2013 hervorgebracht und die Ferienbuchungen der Urlauber für den Sommer dürften bereits weitestgehend abgeschlossen sein. Von einer Verzwölffachung der Passagierzahlen in 2 Jahren sind wir also noch ein klitzekleinwenig entfernt. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt, wie dieses Ziel erreicht werden will.
 
Der nächste Hammer dürfte dann bald kommen, wenn die Bilanz des Flughafens öffentlich wird, dann werden wir sehen, wie viel die Aussagen der teuer bezahlten Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und Experten zu diesem Thema wert waren...
 

Sonntag, 2. Februar 2014

Wanderung am Molkenkopf

So ein Wetter wie am heutigen Sonntag darf man sich in einem trüben Winter nicht entgehen lassen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es mit den Hunden und Kindern auf in den Reinhardswald.
 
Lempetal
 
Von Hombressen aus wanderten wir zunächst ein Stück weit das Lempetal hinauf, welches mit seiner wunderschönen Bachlandschaft verzaubert. Ein Stück vor dem Mühlstädter Teich bogen wir vom Hauptweg ab und traten nach einem weiteren Abstecher in die weite Feldflur ein, an deren rand ein paar imposante Bäume stehen.

am Molkenkopf
 
Ein Picknick hatten wir selbstverständlich auch dabei und so konnten wir uns von der durchaus wärmenden Sonne bescheinen lassen, während wir Bananen, Muffins und Schokolade verputzt haben.
In einem weiten Bogen, bis fast in Sichtweite zu Beberbeck, ging es dann am Molkenkopf entlang wieder zurück nach Hombressen. Mit etwas mehr Zeit und vor allem etwas mehr Lauffreude der Kinderchen hätten wir den Abstecher nach Beberbeck auf jeden Fall noch unternommen. Alles in allem war unser Spaziergang mit knapp 1,5 Stunden sehr gemütlich.
 
Anregungen zu einer lempetalwanderung und viele andere Touren findet ihr im Mein Reinhardwald Wanderführer.