Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Dienstag, 28. Juli 2015

Mein Reinhardswald Wandkalender 2016

Vor einiger Zeit hatte ich hier geschrieben, dass ich nicht untätig bin im Bezug auf die Webseite und vielleicht auch auf etwas mehr. Diejenigen, die mich gut kennen, ahnten natürlich, dass mehr dahinter stecken würde, als ab und an ein wenig an der Mein Reinhardswald Seite zu basteln. 


2016 kann kommen


So kann ich euch an dieser Stelle freudig verkünden, dass mein neues Projekt in Kürze zum Abschluss kommen wird. Auch wenn es erst Ende Juli ist, so könnt ihr doch schon bald den Mein Reinhardswald Fotokalender für das Jahr 2016 bewundern.


Im nicht zu großen, aber auch nicht zu kleinen DIN A5 Format gibt es 12 Fotografien aus dem Reinhardswald, versehen mit einem Monatskalender und einem Sinnspruch, der ein wenig zum Nachdenken anregen soll.

Der genaue Verkaufspreis ist noch nicht festgelegt und hängt natürlich auch stark von den tatsächlichen Druckkosten ab. Da ich wie gewohnt Wert auf Qualität in Sachen Papier und Druckergebnis lege, dürfte der Preis am Ende, nicht zuletzt wegen der limitierten Kleinauflage um 7,- bis 8,- Euro liegen.

Limitierte Auflage


Sobald er fertig und im Shop eingestellt ist, werde ich euch natürlich auch hier noch einmal Bescheid geben. Gut 14 Tage müsst ihr euch aber wohl noch gedulden, bis es so weit ist. Wer sich bereits jetzt einen der limitierten Kalender reservieren möchte, kann dies gerne unverbindlich per mail (info@♪mein-reinhardswald.de) tun.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Naturpark Reinhardswald - jetzt doch?

Bereits 2011 gab es eine Initiative, die den Reinhardswald als Naturpark ausweisen lassen wollte. Wegen der Gesetzeslage scheiterte das Vorhaben jedoch an zu wenigen Landschafts- und Naturschutzflächen. Seither sind jedoch nach meiner Kenntnis keine weiteren Flächen dieser Art dazugekommen und dennoch soll es nun plötzlich möglich sein, den Reinhardswald als Naturpark zu deklarieren? Dem wollen wir doch einmal auf den Grund gehen.

Die schwarz/grüne Landesregierung plant derzeit offenbar eine Gesetzesänderung, die es möglich macht, dass zukünftig auch Flächen mit einer 'Erholungsfunktion für Besucher' für die Erfordernisse eines Naturparks anrechenbar sind. Das dürfte also so ziemlich auf jeden Wald im Allgemeinen zutreffen. Aber warum? Wenn dem Land ein Naturpark so wichtig ist, warum werden nicht einfach mehr Landschafts- und Naturschutzgebiete ausgewiesen? Warum bedient man sich hintenrum wieder irgendwelcher Tricks und Gesetzesänderungen, um mit einer schon immer dagewesenen 'Erholungsfunktion' per Gesetzesänderung einen Status zu erreichen, den der Wald eigentlich gar nicht verdient? Noch schlimmer, mit den zukünftigen Windradgiganten, der Abwasserpipeline und dem Salzsee dürfte der Reinhardswald sogar einiges an Erholungsfunktion gegenüber heute verlieren, ganz zu schweigen vom nicht unerheblichen Eingriff in die Natur uns sein Ökosystem.

Maßstabs- und standortgetreue Windkraftpläne bei der Sababurg

Nein, meiner Meinung nach steckt hinter dem Vorstoß der Landesregierung also keine Liebe zur Natur, sondern nichts weiter als glasklarer Populimus und Augenwischerei. Dem Bürger soll hier Umweltschutz aufgezeigt werden, der das Papier nicht wert ist auf dem er geschrieben steht und jederzeit den Bedürfissen von Lobby und Wirtschaft angepasst werden kann und angepasst werden wird.

Naturpark ist kein großes Naturschutzgebiet.


Sehen wir doch zuerst einmal nach, was ein Naturpark denn überhaupt ist. Dazu bediene ich mich der offiziellen Quelle im Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG). Dort steht unter § 27 Absatz 5 zu Naturparke:
Naturparke sind einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende Gebiete, die
der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt dienen und in denen zu diesem Zweck eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt wird.


Hier ist also ganz klar die Rede von dauerhafter Landnutzung und Entwicklung durch den Menschen. Unter Landnutzung versteht man generell die Inanspruchnahme von Bodenflächen durch den Menschen. Außer den bereits ausgewiesenen Naturschutzflächen kann also der Mensch nach wie vor nach Belieben in die Natur eingreifen und das Land für seine Zwecke in Anspruch nehmen. So wundert es nicht, dass die Landesregierung auch im gleichen Atemzug den neu gepriesenen Naurschutz sofort wieder einschränkt und auf den Bau der Windradgiganten und der Salzpipeline besteht. Und der angedeutete Erhalt der Arten- und Biotopvielfalt dürfte auf eine Minimum an echtem Naturschutz zusammengestutzt werden, denn was heutzutage so alles als umweltgerecht gilt, das brauche ich wohl niemandem zu erzählen...

Wir bauen also trotzdem weiter


Wie ernst es die Grünen dazu mit Umweltschutz nehmen, hatte ich bereits seinerzeit hier geschrieben, als die eigene Position an der Macht jeglichen angeblichen Parteigrundsätzen ohne Zögern geopfert wurde.

Naturpark lässt grüßen

Ob der Reinhardswald nun also ein Naturpark wird oder nicht, wird rein gar nichts an der fortschreitenden wirtschaftlichen Priorisierung seiner Nutzung ändern. Die Politik wird weiterhin nichts unternehmen, um diesen Wald in seiner wirklichen Einmaligkeit zu erhalten, sondern immer nur auf kurzfristige wirtschaftliche Ziele, Lobbyinteressen und den eigenen Machterhalt schauen.

So lange das der Fall ist, kann man sich den Titel Naturpark meiner Meinung nach auch getrost sparen.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Frodos erste Wanderung

Seit 2 Wochen haben wir eine neue Pelznase als Mitbewohner, den kleinen Frodo.Wir haben den armen Kerl im Tierschutz entdeckt, wo er nach 7 Jahren Misshandlung durch spanische Jäger gelandet war. Schnell stand fest, dass wir ihm zumindest den Rest seines Lebens ein warmes und freundliches zu Hause geben wollten - ja und da ist er nun:


7 Jahre Kette, Schläge, Hunger und Durst hat er für immer hinter sich gelassen und heute stand  nun auch endlich seine erste Wanderung auf dem Programm.


Zusammen mit Kumpel Homer, den ihr ja alle noch kennen dürftet, ging es heute für gut dreieinhalb Stündchen zum Forstscheid. Ein Stück das Olbetal hinunter gelaufen, bogen wir links ab und erkundeten auf Rückewegen den umliegenden Wald. Zugegeben ist er an der Leine noch sehr ungestüm und ziehfreudig, aber woher soll er auch wissen, dass sein Aktionsradius jetzt auf 8 Meter beschränkt ist.
Zwischendurch übten wir noch ein wenig das Warten,vorzugsweise in der Nähe von Himbeersträuchern, die mit ihren reifen Köstlichkeiten geradezu nach kleine Pausen verlangten.


Nachdem wir das Olbetal wieder verlassen hatten, machten wir noch einen Abstecher in Richtung Pinnacker. Immer wenn ich in der Gegend bin, zieht es mich dort zu meinem kleinen Aussichtsplatz, der mit seinem Panorama zum Verweilen und Genießen einlädt. Frodo und Homer waren nach nunmehr drei Stunden ebenfalls froh über eine etwas längere Pause und ich glaube, dass ihnen der Ausblick auch gefallen hat.



Wenn es die Zeit zulässt, werden wir also zukünftig wieder öfter zu dritt durch den Reinhardswald streifen und die Zeit in diesem wundervollen Wald gemeinsam genießen.

Montag, 13. Juli 2015

Quo vadis Sababurg?

Die Sababurg ist wahrscheinlich der bekannteste Platz im Reinhardswald. Eine lange Geschichte und unzählige Legenden ranken sich um die alten Gemäuer, die vormals den Namen Zapfenburg trugen. Erbaut zu Zeiten des Wunders von Gottsbüren steht das Schloss (die heutige Sababurg ist ein ehemals gräfliches Jagdschloss) heute für die Märchengeschichte um Dornröschen und wenn wir ehrlich sind, hätte sich Dornröschen keine bessere Kulisse aussuchen können.

Seit vielen Jahren befindet sich hier ein Hotel mit Gastronomie und ein kleines Standesamt, in welchen sich viele Paare jährlich das Jawort geben.

Über die Qualität der Gastronomie wird gelegentlich gestritten und auch das Interieur kann nach Meinung einiger Besucher mal etwas frischen Wind vertragen, aber dennoch ist die Sababurg ein bekanntes und gut besuchtes Ausflugsziel oberhalb des Tierparks.


Land überrumpelt alle



Nun, aus heiterem Himmel wie es scheint, kündigt das Land den Pachtvertrag auf und will de Sababurg ab 2016 für 2 Jahre renovieren und sanieren. Was im Anschluss dann mit den Gemäuern geschehen soll, ist bislang nicht bekannt. Pikant ist, dass Pächter und Stadt Hofgeismar (die das Standesamt betreibt) erst aus der lokalen Presse von der bevorstehenden Schließung erfahren haben.

Sababurg im Dornröschenschlaf?

Konkrete Pläne, was nach der zweijährigen Sanierung für über 2 Millionen Euro mit der Sababurg geschehen soll, sind bislang nicht publik geworden. Fest steht nur, dass sich die über 20 Angestellten am Ende des Jahres neue Arbeit suchen dürfen. Hofgeismar verliert eine wichtige touristische Marketingeinrichtung und auch den Besuchern des Reinhardswaldes steht diese Sehenswürdigkeit dann nicht mehr zur Verfügung.

Viele Fragen bleiben offen


Das Land schafft mal eben so vollendete Tatsachen, ohne mit den Betroffenen vorweg zu sprechen. Zudem hüllt män sich in Schweigen über die geplante Zukunft. Das hinterlässt mehr als einen faden Beigeschmack in dieser Sache. Aber so kennen wir unsere Politiker, schon bei den abstrusen Windernergieplänen im Reinhardswald und bei Salzpipeline mit Salzsee standen eindeutig  Klientelpolitik und Wirtschaft vor Umwelt und Bürgern. Mit solchen kurzfristig monetär dekenden Deppen an der Macht wird der Reinhardswald leider bald seine Einmaligkeit (vielleicht für immer) einbüssen und in einen Dornröschenschlaf fallen, der mehr als 100 Jahre dauern könnte.