Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Montag, 27. Februar 2017

Wanderführer die 4.!

Es ist so weit, die 4. Auflage des Mein Reinhardswald Wanderführers ist erschienen.

Es wurden geänderte Wegführungen übernommen und ein paar Bilder habe ich noch aufgehübscht. Ansonsten ist aber alles beim alten geblieben jede Menge Infos für Wanderungen und Freizeit im Reinhardswald. Wandern - Kultur - Freizeit eben.

Alle Infos gibt es auf meiner Webseite: Mein-Reinhardswald Wanderführer


die 4. überarbeitete Auflage

Sonntag, 19. Februar 2017

Licht und Schatten

Im vorherigen Beitrag hatte ich den Schattenwurf der Windräder angesprochen, ebenso den sogenannten Discoeffekt. In diesem Video seht ihr mal, was selbst ein 'kleines' Windrad für Auswirkungen hat. Und man komme mir nicht mit Argumenten wie 'es stört ja nur Tiere'...

video
Das Video wurde von meinem guten Freund Björn aufgenommen und mir netter Weise zur Verfügung gestellt. Danke!

Montag, 13. Februar 2017

Wind im Wald - Faktencheck zum Baubeginn


Im Februar beginnen nun also die ersten Arbeiten, um in unserer Region einen unschätzbaren Wald in eine Industrielandschaft zu verwandeln, unter dem Deckmantel des rein ökologische Vorteils versteht sich. Zwar liegt der Deiselberg nicht direkt im, aber unmittelbar am Reinhardswald und dürfte ein Vorgeschmack auf das sein, was auch im Reinhardswald kommen wird. Dass ich der Windkraft im Wald ablehnend gegenüber stehe, ist kein Geheimnis (kann man ja im blog hier nachlesen), dennoch versuche ich immer objektiv die Faktenlage zu bewerten. Für den kommenden Windpark Trendelburg habe ich daher ausschließlich Zahlen aus offiziellen Quellen verwendet, die für jedermann nachprüfbar sind.

Der erste Faktencheck



1. Was, Wo, Wie?

Der geplante Windpark wird im Gebiet KS12 des Teilregionalplans Energie Nordhessen errichtet, welches oberhalb von Sielen und Deisel liegt.
Sieben Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 199 Metern sollen auf einer Gesamtfläche von 5ha gebaut werden. Mit diesen Anlagen sollen nach der Webseite des Projekts 31.500 Menschen mit Strom versorgt werden. Die Anlagen sind vom Typ Nordex N131/3300 mit einer maximalen Leistung von 3,3 MW. Diese Nennleistung liegt nach dem offiziellen Datenblatt ab einer Windgeschwindigkeit von 11,5m/s an.



2. Wieviel Strom wird fließen


Nach den Daten des offiziellen Teilregionalplans liegen am Deiselberg Windgeschwindigkeiten von 5,75 bis unter 6,25m/s vor. Bei Widgeschwindigkeiten um 6m/s liefert dieser Anlagentyp 0,7 MW

Unter Berücksichtgung von verschiedenen Haushaltsgrößen verbraucht in Deutschland eine Perosn ca  1.700 kWh. (Quellen: bdew und forsa) Um 31.500 Menschen mit Strom zu versorgen benötigen wir demnach also ca. 53.550.000 kWh Strom.

700 kW mal 7 Anlagen sind 4900 kW Strom - mal 8760 Stunden/Jahr = ca 42.900.000 kWh Strom. Uns fehlen also noch schlappe 10.650.000 kWh.



3. Licht und Schatten

Windanlagen werfen generell natürlich ihre Schatten in die Umgebung,j e höher die Anlage, desto weiter reicht die Verschattung. Bei Windkraftanlagen von 200m Höhe reicht der Schattenwurf bis zu 1,4 Kilometer! Zudem tritt der sogenannte Diskoeffekt auf, der ständige Wechsel von Licht und Schatten. Noch weiter als 1,4 Kilometer dürften die Lichtrefelxionen der Rotorblätter bei Sonnnenschein sein. Das größte Problem stellt die Bewegung des Schattens dar. Laut Länderausschuss für Immissionsschutz gelten Beschattungszeiten von lediglich maximal 30 Stunden im Kalenderjahr als nicht erheblich belastend. Das entspricht im Mittel 5 Minuten Verschattung pro Tag. Der lokalen Tierwelt düfte das wenig helfen, schließlich gilt das natürlich nicht für Waldbewohner. Gespannt darf man sein, ob die Anlagen auf Grund ihrer Höhenlage ihre Schatten bis zu den Ortschaften werfen.


4. Wie laut hätten sie es gern?

Laut Datenblatt der Firma Nordex produziert ein Windrad dieses Typs einen Lärm von 104,5 db, was in etwa der Lautstärke eines laufenden Kompressors oder Presslufthammer entsprichht.
Ab einer Lautstärke von 100 db gilt Lärm dabei als unerträglich. Gehörschäden sind auch bei kurzer Einwirkung bei dieser Lautstärke nahezu sicher. Eine Gewöhnung an Lärm findet niemals statt und das Risiko von Herz-Kreislauf Erkrankungen steigt. Lärm ist heutzutage als Krankheitsauslöser anerkannt. Wie sich die Tierwelt, die mitunter deutlich besser hört als der Mensch fühlen muss, darf jeder Windkraftbefürworter gerne mal im Selbstversuch an der nächsten Großbaustelle testen.


5. Alter Wald - neuer Wald

5 ha Wald werden permanent gerodet, zudem noch gut ein halber ha für weitere Zuwege während der Bauphase - im Anschluss sollen bis zu 6 ha neu gepflanzt werden.
Klingt soweit ganz vernünftig könnte man meinen. Bis sich ein frisch angepflanzter Wald jedoch zu einem funktionierenden Ökosystem entwickelt, dauert es Jahrzehnte, sofern man dem neuen Wald überhaupt die Chance dazu gibt. Außerdem ist durch die Fragmentierung des 'alten' Ökosystems die betroffene Fläche sicherlich deutlich größer als 5ha einzuschätzen. Negative Effekte, etwa auf das Grundwasser durch die Bodenversiegelung finden keinerlei Berücksichtigung. Umweltschäden durch austretende Betriebsstoffe sind jederzeit möglich. Trotz Blitzableitern besteht Feuergefahr. Bodendenkmäler, die in der Region häufig vorkommen, jedoch nicht erforscht sind, finden keine Berücksichtigung (eine archäologische Prüfung ist im Teilregionalplan empfohlen!). Bedenken über die örtliche Avifauna wurden ebenfalls nicht ausreichend geprüft, vor allem im Bezig auf Schwarzstorchvorkommen und den Rotmilan.
Somit verlieren wir erst einmal auf Jahrzehnte mindestens 5,5 ha intakten Wald, fragmentieren den örtlichen Lebensraum und zerstören eventuell unschätzbare kulturhistorische Stätten.


6. regionale Wertschöpfung?

Seit Beginn der Planungen über nordhessische Windenergie, weht groß auf den Fahnen immer die Prämisse regionaler Wertschöpfung, von der die Region und vor allem natürlich die Menschen profitieren sollen.
Planung und Realisierung des Trendelburger Windparks wird von der Dresdener Firma VSB übernommen. Wer den Betrieb der nach Plan 2018 fertiggestellten Anlagen übernimmt, ist bislang noch unklar. Aktuell liegen wir also bei 0% regionaler Wertschöpfung


7. Fazit

Verlierer sind nach aktueller Faktenlage ganz klar unser Ökosystem Wald, unsere wundervlle Heimatregion und nicht zuletzt die Menschen die hier wohnen.